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Wie ein Tier
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Als habe Berlin unter Hitlerdiktatur und Krieg nicht schon genug zu leiden, wird die Stadt im Jahr 1940 durch einen Serienmörder zusätzlich in Angst und Schrecken versetzt. Kaltblütig vergewaltigt und ermordet der Unbekannte entlang der S-Bahn-Strecke nach Erkner mehrere Frauen. Horst Bosetzky schildert den authentischen Fall des Paul Ogorzow, der als Berliner S-Bahn-Mörder in die Annalen eingegangen ist. Da seine Taten die Moral der Bevölkerung untergruben, fahndete die Polizei unter Druck des NS-Regimes fieberhaft nach dem Mörder. Doch der unberechenbare Triebtäter, Mitarbeiter der Eisenbahn und nach außen hin ein biederer Bürger, konnte über ein Jahr lang sein Unwesen treiben, bevor er verhaftet wurde. Wie ein Tier gehört zu einer Reihe dokumentarischer Spannungsromane, die den schriftstellerischen Höhepunkt des Berliner Erfolgsautors Horst Bosetzky markieren. In diesen Doku-Krimis verwebt der bekannte Kriminalschriftsteller gekonnt Fakten und Fiktion zu einer packenden Romanhandlung.

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Stand: 11.12.2019
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Lernwiderstände. Wie lernen Erwachsene?
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Studienarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Pädagogik - Erwachsenenbildung, Note: 1,7, Ludwig-Maximilians-Universität München, Sprache: Deutsch, Abstract: Warum lernen Erwachsene überhaupt? Was macht das Lernen im erwachsenen Alter anders als bei Kindern und Jugendlichen und mit welchen Widerständen haben Erwachsene beim Lernen zu kämpfen? Auf diese Aspekte und noch einige mehr möchte ich in meiner vorliegenden Hausarbeit eingehen. Dabei ist mir aber nicht nur wichtig, auf das Lernen und die Widerstände einzugehen, sondern auch auf die Ressourcen, welche erwachsene Lernende haben. Natürlich ist es nicht immer einfach, wenn man lange Zeit nichts mehr gelernt hat, etwas zu lernen. Gerade vor dem Wiedereinstieg in das Lernen, wie zum Beispiel bei einer Weiterbildung, haben viele Erwachsene Angst. Aber was ist Lernen eigentlich? "Lernen ist in pädagogischer Perspektive und im strengen Sinne eine Erfahrung" (Faulstich, 2011, S.15). Nach dem Pädagogen Klaus Holzkamp unterscheidet man zwischen sogenannten inzidenten zufälligen Mitlernen, welches völlig nebenbei geschieht und dem intentionalen Lernen, was eine absichtliche Lernhandlung ist. Ein Beispiel für das inzidente Lernen ist das zufällige Lernen des U-Bahn-Plans beim U-Bahn-Fahren. Intentionales Lernen meint dagegen eine gewollte Lernhandlung, wie sich zum Beispiel auf eine Prüfung vorzubereiten. Doch Erwachsene profitieren auch von Erfahrungen, welche sie in ihrem Leben gesammelt haben. Gleichgültig welcher Art diese Erfahrungen sind, sie tragen immer etwas zu einem neuen Wissenserwerb bei. (vgl. Faulstich, 2011, S.20f.)Seit einiger Zeit hört man auch, dass das Lebenslange Lernen immer wichtiger wird um das heutige Erwerbsleben zu meistern. Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen sind nötig um sich im Arbeitsmarkt interessant zu machen und dort bestehen bleiben zu dürfen. Das lebenslange Lernen hat sich durchgesetzt und wird von sehr vielen Menschen in den Alltag integriert. Doch, dass es für viele Menschen nicht leicht istsolche Zusatzqualifikationen zu erlangen ist auch durch Statistiken erwiesen, denn seitder Jahrtausendwende geht die Beteiligung an Weiterbildungen wieder zurück. [...]

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Stand: 11.12.2019
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Lernwiderstände. Wie lernen Erwachsene?
14,40 € *
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Studienarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Pädagogik - Erwachsenenbildung, Note: 1,7, Ludwig-Maximilians-Universität München, Sprache: Deutsch, Abstract: Warum lernen Erwachsene überhaupt? Was macht das Lernen im erwachsenen Alter anders als bei Kindern und Jugendlichen und mit welchen Widerständen haben Erwachsene beim Lernen zu kämpfen? Auf diese Aspekte und noch einige mehr möchte ich in meiner vorliegenden Hausarbeit eingehen. Dabei ist mir aber nicht nur wichtig, auf das Lernen und die Widerstände einzugehen, sondern auch auf die Ressourcen, welche erwachsene Lernende haben. Natürlich ist es nicht immer einfach, wenn man lange Zeit nichts mehr gelernt hat, etwas zu lernen. Gerade vor dem Wiedereinstieg in das Lernen, wie zum Beispiel bei einer Weiterbildung, haben viele Erwachsene Angst. Aber was ist Lernen eigentlich? "Lernen ist in pädagogischer Perspektive und im strengen Sinne eine Erfahrung" (Faulstich, 2011, S.15). Nach dem Pädagogen Klaus Holzkamp unterscheidet man zwischen sogenannten inzidenten zufälligen Mitlernen, welches völlig nebenbei geschieht und dem intentionalen Lernen, was eine absichtliche Lernhandlung ist. Ein Beispiel für das inzidente Lernen ist das zufällige Lernen des U-Bahn-Plans beim U-Bahn-Fahren. Intentionales Lernen meint dagegen eine gewollte Lernhandlung, wie sich zum Beispiel auf eine Prüfung vorzubereiten. Doch Erwachsene profitieren auch von Erfahrungen, welche sie in ihrem Leben gesammelt haben. Gleichgültig welcher Art diese Erfahrungen sind, sie tragen immer etwas zu einem neuen Wissenserwerb bei. (vgl. Faulstich, 2011, S.20f.)Seit einiger Zeit hört man auch, dass das Lebenslange Lernen immer wichtiger wird um das heutige Erwerbsleben zu meistern. Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen sind nötig um sich im Arbeitsmarkt interessant zu machen und dort bestehen bleiben zu dürfen. Das lebenslange Lernen hat sich durchgesetzt und wird von sehr vielen Menschen in den Alltag integriert. Doch, dass es für viele Menschen nicht leicht istsolche Zusatzqualifikationen zu erlangen ist auch durch Statistiken erwiesen, denn seitder Jahrtausendwende geht die Beteiligung an Weiterbildungen wieder zurück. [...]

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Stand: 11.12.2019
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Bahnreise nach Irland (eBook, ePUB)
3,99 € *
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Jugendträume, einmal in London leben. Darüber reden durften wir nicht. Wer hätte gedacht, dass irgendwann die Mauer fällt und die Sehnsucht nach etwas Ferne sich doch noch erfüllt? Unser Ziel war nun Irland. Ausgerechnet eine Krise gab den Anlass für dieses Abenteuer. Wir hatten nicht vor, auszuwandern. Von einer Auszeit war die Rede, deren Dauer wir nicht bestimmen konnten. Nur ein Problem hatte ich und zwar das mit dem Fliegen. Das Auto war verkauft und eine Reise mit der Bahn schien mir angenehm. Wie es sich herausstellte, war gerade dieser Reiseweg mit allerhand Risiken verbunden. Letztendlich unversehrt in Irland angekommen, erlebten wir eine wunderschöne und unvergessene Zeit. Ein herzliches Dankeschön an Irland, an die Menschen, die uns so viel Freundlichkeit und Unterstützung entgegengebracht haben. Wir waren fasziniert von der Mystik der Landschaft, die wir so nicht kannten. Das Gemisch von Salzluft und Lavendel und der typische Geruch der Torffeuer in nieselfeuchter Luft heilten meine Seele. Nicht zu vergessen, die Irish Folk Music und die gemütlichen Pub¿s. Wie das mit der Flugangst ausgegangen ist? Nun, es gab da eine Geschichte und jemanden, der vermutlich zaubern konnte. Doch ob er es vermochte, mir diese tiefsitzende Angst zu nehmen? Es gibt so viele Möglichkeiten des Reisens.

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Stand: 11.12.2019
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Bahnreise nach Irland (eBook, ePUB)
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Jugendträume, einmal in London leben. Darüber reden durften wir nicht. Wer hätte gedacht, dass irgendwann die Mauer fällt und die Sehnsucht nach etwas Ferne sich doch noch erfüllt? Unser Ziel war nun Irland. Ausgerechnet eine Krise gab den Anlass für dieses Abenteuer. Wir hatten nicht vor, auszuwandern. Von einer Auszeit war die Rede, deren Dauer wir nicht bestimmen konnten. Nur ein Problem hatte ich und zwar das mit dem Fliegen. Das Auto war verkauft und eine Reise mit der Bahn schien mir angenehm. Wie es sich herausstellte, war gerade dieser Reiseweg mit allerhand Risiken verbunden. Letztendlich unversehrt in Irland angekommen, erlebten wir eine wunderschöne und unvergessene Zeit. Ein herzliches Dankeschön an Irland, an die Menschen, die uns so viel Freundlichkeit und Unterstützung entgegengebracht haben. Wir waren fasziniert von der Mystik der Landschaft, die wir so nicht kannten. Das Gemisch von Salzluft und Lavendel und der typische Geruch der Torffeuer in nieselfeuchter Luft heilten meine Seele. Nicht zu vergessen, die Irish Folk Music und die gemütlichen Pub¿s. Wie das mit der Flugangst ausgegangen ist? Nun, es gab da eine Geschichte und jemanden, der vermutlich zaubern konnte. Doch ob er es vermochte, mir diese tiefsitzende Angst zu nehmen? Es gibt so viele Möglichkeiten des Reisens.

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Hinter Gittern - Der Frauenknast - Staffel 10
20,99 € *
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Staffel 10 der RTL-Knast-Saga markiert den Beginn der großen Liebe von Kerstin und Sascha - und es gibt eine dramatische Geiselnahme in Reutlitz! Um eine Gewalt-Eskalation zu verhindern, stellt Direktorin Eva Baal Maja Brehme und Hendrik Jansen als neue Schließer ein. Maja findet Hendrik mehr als knusprig, doch ihre junge Affäre hat keine Chance, als Mareike Vattke in Hendrik ihre erste - und letzte - Liebe erlebt. Ihre Schwester Martina dagegen steht kurz vor der Entlassung. Sascha Mehring wird von Preekow nach Reutlitz verlegt und trifft dort Kerstin Herzog, die für eine Tat büßen soll, die Baals Vater Werner begangen hat. Saschas und Kerstins Liebe jedoch scheint grenzenlos. Uschi geht in der Arbeit im Übergangsheim auf, doch ihre Ehe zu Strauss droht auf der Strecke zu bleiben. Da wird Uschi von Ariane brutal entführt. Eva will herausfinden, wer Baumann ermordet hat. Melanie und Maja züchten Hanf. Nina wird von Andy schwanger, doch ihre Beziehung steckt voller Schwierigkeiten, nicht zuletzt durch Ninas Freundin Raffaella. Kittler bekommt eine neue Familie - aus Thailand.Folge 227 "Überreste"Nach Jörgs Ermordung verhängt Eva über Reutlitz den Ausnahmezustand. Als eine Gewalteskalation droht, erzwingt Schnoor die Einstellung von mehr Personal. Eva stellt zwei neue Schließer ein: Hendrik Jansen und Maja Brehme. Ilse, Melanie und Martina fürchten unterdessen, von Raffaella als Mörderinnen enttarnt zu werden. Kittler zeigt sich in der angespannten Lage den Frauen gegenüber besonders brutal - Melanie rächt sich mit einem Stromstoß an ihm.Folge 228 "Getrennte Wege"Strauss ist verzweifelt als er erfährt, dass Uschi sich scheiden lassen will. Doch Uschi kommt bei weitem nicht so gut alleine klar, wie sie Strauss gegenüber vorgibt. Zu den Anstrengungen, einen Job zu finden kommt Melanies Mutter Helga, die Uschi drängt, sich bei Melanie für eine Versöhnung einzusetzen. Uschi kann Helga jedoch nicht helfen, da Melanie zu keiner Versöhnung bereit ist. Als Helga nach einem Mordversuch an Melanies Vergewaltiger blutverschmiert in Reutlitz auftaucht begreifen sowohl Strauss als auch Uschi, wie ernst es Helga mit einer Versöhnung ist...Folge 229 "Nicht mit meiner Schwester"Mareike will sich endlich von ihrer dominanten Schwester lösen. Doch als Martina von Mareikes Antrag auf Verlegung erfährt, setzt sie alles daran, die Zuneigung ihrer Schwester zurückzugewinnen. Die berüchtigte Sascha Mehring aus Preekow kommt als Neuzugang nach Reutlitz. Doch zum Erstaunen der Frauen macht Sascha sich schnell bei allen beliebt - mit einer Ausnahme...Folge 230 "Trautes Heim"Strauss will Uschi beim Aufbau des Übergangsheims finanziell unterstützen. Doch dann taucht Strauss Sohn Toralf auf, der ebenfalls dringend Geld benötigt. Strauss steckt in der Zwickmühle. Maja will Hendrik mit allen Mitteln dazu bewegen, eine ganze Nacht mit ihr zu verbringen...Folge 231 "Auf Distanz"Eva veranlasst Walters Rückverlegung nach Preekow, weil sie glaubt, über Walter an Baumanns Mörder heranzukommen. In der Tat erfährt die in Preekow tablettensüchtig gewordene Walter, wer hinter dem Mord an Baumann steckt. Sie droht der Viererbande, sie auffliegen zu lassen, falls sie keine Pillen bekommt. Ausgerechnet als Martina keine Pillen mehr besorgen kann, wird Walter von Eva zum Verhör gerufen. Dort gerät sie in Versuchung, die Viererbande zu verraten...Folge 232 "Alte Geschichten"Hendrik empfindet Sascha als Bedrohung und versucht alles, um ihre Verlegung zu erwirken. In der Hoffnung auf lukrative Geschäfte legt Melanie gemeinsam mit Lizzy eine Indoor-Hanfplantage an. Evas Vater taucht überraschend auf und macht seiner Tochter das Leben schwer... Folge 233 "Befehlsverweigerung"Kerstin Herzog, die frühere Vertraute von Evas Vater, wird nach ihrer Verurteilung ausgerechnet nach Reutlitz geschickt. Eva gibt sich alle Mühe, Kerstin fair zu behandeln, doch die macht sowohl Eva als auch den anderen Frauen das Leben schwer. Nina freut sich, als Raffaella überraschend im Übergangsheim auftaucht. Doch offenbar ist Raffaella nicht legal in Deutschland. Maja setzt durch, dass auch Insassinnen beim neuen Knastradio moderieren dürfen. Doch Eva steht dem Projekt nach wie vor skeptisch gegenüber...Folge 234 "Unmoralisches Angebot"Eva setzt Sascha unter Druck: Wenn sie nicht bald herausbekommt, wer für Jörgs Tod verantwortlich ist, muss sie zurück nach Preekow. Mareike hofft, mit Hendriks Hilfe den neuen Job in der Gärtnerei zu bekommen. Melanie erwartet eine üppige Marihuana-Ernte. Doch dann entdeckt sie Blattläuse in der Plantage...Folge 235 "Mareikes erste Liebe"Mareike verliebt sich in Hendrik, der sich ihr gegenüber jedoch sehr widersprüchlich verhält. Nina beginnt daran zu zweifeln, dass sich Raffaella tatsächlich legal in Deutschland aufhält...Folge 236 "Die Quittung"Nina und Andy verlangen von Raffaella in deren eigenem Interesse, sich der Polizei zu stellen, doch Raffaella verfolgt andere Pläne... Mareikes Affäre mit Hendrik hat auch positive Wirkungen für ihre Schwester Martina und Kerstins scheinbar hoffnungslose Situation nimmt durch einen anonymen Anruf eine überraschende Wendung...Folge 237 "Kleine Fluchten"Martina muss erfahren, dass sich Chris in der Obhut völlig überforderter Pflegeeltern befindet. Obwohl sich Schnoor gleichzeitig mit Jugendamt um eine neue Pflegefamilie bemüht, plant Martina die Flucht, um Chris zu sehen. Damit bringt sie sich fast um Wiederaufnahmeverfahren und ihre gemeinsame Zukunft mit ihrem Sohn...Folge 238 "Versuchungen"Kerstin ist sich nahezu sicher, dass Evas Vater selbst den Mord begangen hat, für den sie eingesperrt wurde. Lizzy sehnt sich nach einem Schäferstündchen und kommt auf eine Idee, wie sie dies in Reutlitz realisieren kann. Die Marihuana-Ernte steht kurz bevor - doch es gibt erneut ein Problem: Wo soll die illegale Ware getrocknet werden?Folge 239 "Gott sei Dank"Fabio gelingt es, sich unerkannt in Reutlitz einzuschmuggeln. Raffaellas Leben ist damit in akuter Gefahr. Sascha will unbedingt etwas dagegen unternehmen, dass Kerstin weiterhin von Eva schikaniert wird. Karel Gott ist als Überraschungsgast zum Herbstfest eingeladen. Der Künstler wird jedoch aufgrund eines Irrtums für einen gefährlichen Psychopathen gehalten und festgesetzt. Karel muss um sein Leben singen...Folge 240 "Spitzel"Hendrik verrät Saschas Spitzeldienste für Eva an Mareike und bringt Sascha damit in Lebensgefahr. Mike verliebt sich unsterblich in Mels Stimme. Ein erstes Treffen der beiden verläuft allerdings gänzlich anders, als Mike gehofft hatte. Eva beginnt an der Unschuld ihres Vaters zu zweifeln...Folge 241 "Unsichtbarer Feind"Kerstin setzt alle Hoffnung auf die Entlastungszeugin, die gegen Werner aussagen will. Doch dann zerschlagen sich Kerstins Träume auf brutale Weise... Mike schmuggelt Drogen für Walter nach Reutlitz. Nina ist in großer Sorge um die inzwischen völlig abhängige Walter. Und tatsächlich lässt die Katastrophe nicht lange auf sich warten: Walter hat unter Drogeneinfluss einen Unfall...Folge 242 "Ich hole Dich raus"Nina sieht für Walter im Knast keine Chance, von den Tabletten wegzukommen. Sie will Walter zur Flucht verhelfen. Hinter Andys Rücken plant sie, Walter aus Reutlitz zu befreien. Doch als Walter sich kurz vor der Aktion mit Tabletten zudröhnt, gefährdet sie das Unternehmen...Folge 243 "Er liebt mich, er liebt mich nicht"Hendrik braucht dringend Geld, um das Internat für seinen Sohn bezahlen zu können. Als der Verkauf seines Hauses an seiner Frau scheitert, fordert er Schweigegeld von einen Pharmareferenten, der Dr. Strauss schmiert. Auch dieser Deal kommt nicht zustande. Aber der Pharmareferent macht ihm unerwartet ein lukratives Angebot...Folge 244 "Menschenversuche"Um die Internatsplätze für seine Söhne zu finanzieren, zwingt Hendrik Strauss zur Mitarbeit an einem Medikamentenversuch. Zuerst verläuft das Experiment reibungslos, doch schließlich tauchen ernsthafte Zweifel an der Harmlosigkeit des Präparats auf. Ilse wird dabei zum ahnungslosen Opfer... Martina sieht ihrer baldigen Freiheit mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits freut sie sich auf ihre Zukunft mit Chris, andererseits sorgt sie sich darum, dass Mareike immer mehr den Einflüssen des charismatischen Hendrik erliegt...Folge 245 "Schluss"Hendrik befürchtet, dass man ihm wegen der Medikamentenversuche auf die Spur kommt. Mit Hilfe von Mareike vernichtet er alle Beweise. Er fühlt sich sicher, bis Ariane ihm klarmacht, dass sie von den Versuchen weiß. Sie droht, Hendrik zu verraten und verlangt von ihm, Mareike über die Klinge springen zu lassen. Hendrik geht auf den Deal ein und schiebt Mareike Tabletten unter. Doch als Mareike begreift, dass Hendrik sie hintergangen hat, fasst sie einen folgenschweren Entschluss...Folge 246 "Schuldfrage"Martina will Hendrik als Mörder ihrer Schwester bloßstellen. Doch ihre Versuche, Schnoor von den illegalen Medikamententests zu überzeugen, an denen Hendrik und Strauss beteiligt sind, schlagen fehl. Trotz ihrer bevorstehenden Entlassung begibt sich Martina in einen Streik, um Schnoor zu einer Untersuchung des Vorfalls zu drängen. Die lässt sich zwar darauf ein, aber Hendrik zettelt mit Arianes Hilfe einen gewalttätigen Krawall an, um Martina als Anführerin der Meuterei verhaften zu lassen...Folge 247 "Bye bye Uschi"Hendrik verhilft Ariane zur Flucht. Kaum in Freiheit, kidnappt Ariane Uschi, um mit Hilfe ihrer Geisel nun Strauss erpressen zu können. Walter kehrt nach dem Entzug drogenfrei nach Reutlitz zurück. Kittler will seine thailändische Freundin unbedingt loswerden...Folge 248 "Hilfe"Andy sucht nach Mareikes Tod Trost bei Maja. Als Nina die Intimität zwischen Andy und Maja mitbekommt, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung. Strauss ist in panischer Angst um Uschi. Niemand scheint eine Ahnung zu haben, wo sie oder Ariane sich aufhalten könnten. Doch dann kommt ihm ein Zufall zu Hilfe. Simone und Ilse befürchten, dass Walter zum Spitzel geworden sein könnte...Folge 249 "Panik"Martina will Rache für den Tod ihrer Schwester Mareike. All ihre Wut richtet sich gegen Hendrik. Mit Gewalt zwingt sie Schnoor, ihr Hendrik auszuliefern. In der Hoffnung, dort an Waffen zu geraten, führt Schnoor Martina nicht zu Jansen, sondern in den Überwachungsraum. Martina und ihrer Mitinsassin Peggy gelingt es jedoch, dort auch Andy zu überwältigen und an die Waffe zu kommen. Gemeinsam ziehen sie weiter in den Personalaufenthaltsraum und nehmen dort weitere Geiseln...Folge 250 "Befreiung"Martina erfährt, dass Andy der Mörder ihrer Schwester ist. Die Polizei beschließt, den Raum zu stürmen, in dem sich Martina und Peggy mit ihren Geiseln verschanzt haben. Kerstin offenbart Eva alles, was sie über die Schiebereien Werners bei der Bundeswehr weiß. Eva trifft daraufhin einen folgenschweren Entschluss. Nina bittet Walter, ihr dabei zu helfen, Andy vor Martinas Rache zu schützen.Folge 251 "Spießrutenlauf"Als die Frauen erfahren, dass Andy Mareikes Mörder ist, kommt es zu Übergriffen. Andy wird schließlich von Eva in den Zwangsurlaub geschickt. Außerdem veranlasst Eva, dass Mike nicht länger als Lieferant nach Reutlitz kommt. Die sich häufenden Vorfälle in Reutlitz veranlassen Evelyn Kaltenbach, Station C zu einem Hochsicherheitstrakt umbauen zu lassen...Folge 252 "Die S-Bahn-Schubser"Zwei Neuzugänge in Reutlitz: Heidrun Fischer, kurz "Fisch" genannt, und Nancy Konnopke werden in den Frauenknast gebracht. Während Fisch verschlossen und brutal erscheint, macht die eher schüchterne Nancy keinen Hehl aus ihrer Verstörtheit angesichts der neuen Situation. Eva lässt die Insassinnen am Umbau von Station C zum Hochsicherheitstrakt mitarbeiten, ohne sie über den wahren Zweck dieser Maßnahme zu informieren. Doch die Frauen finden die Wahrheit bald heraus und reagieren entsprechend...Folge 253 "Gerechtigkeit"Der Prozess gegen Evas Vater hat begonnen: In aller Öffentlichkeit soll Eva noch einmal beeiden, dass ihr Vater gestanden hat, ein Mörder zu sein. Doch dies soll nicht ihr einziges Problem bleiben. Kerstins Anwalt reicht eine Klage wegen Amtsmissbrauchs gegen sie ein, und Eva gerät unter Verdacht, etwas mit dem Mord an Hildegard Lutz zu tun zu haben. Als Schnoor nun belastendes Material gegen Eva in die Hand bekommt, droht Eva noch tiefer in die Bredouille zu geraten...Folge 254 "Bye bye Baal"Sascha ist verzweifelt, weil sie glaubt, Kerstin für immer verloren zu haben. Und tatsächlich bemüht sich Kerstin intensiv, in ihr altes Leben zurückzufinden. Doch sie kann Sascha einfach nicht vergessen. Schnorr macht sich Hoffnungen, Evas Nachfolgerin zu werden. Doch sie bekommt unerwartete Konkurrenz...

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Hinter Gittern - Der Frauenknast - Staffel 10
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Staffel 10 der RTL-Knast-Saga markiert den Beginn der großen Liebe von Kerstin und Sascha - und es gibt eine dramatische Geiselnahme in Reutlitz! Um eine Gewalt-Eskalation zu verhindern, stellt Direktorin Eva Baal Maja Brehme und Hendrik Jansen als neue Schließer ein. Maja findet Hendrik mehr als knusprig, doch ihre junge Affäre hat keine Chance, als Mareike Vattke in Hendrik ihre erste - und letzte - Liebe erlebt. Ihre Schwester Martina dagegen steht kurz vor der Entlassung. Sascha Mehring wird von Preekow nach Reutlitz verlegt und trifft dort Kerstin Herzog, die für eine Tat büßen soll, die Baals Vater Werner begangen hat. Saschas und Kerstins Liebe jedoch scheint grenzenlos. Uschi geht in der Arbeit im Übergangsheim auf, doch ihre Ehe zu Strauss droht auf der Strecke zu bleiben. Da wird Uschi von Ariane brutal entführt. Eva will herausfinden, wer Baumann ermordet hat. Melanie und Maja züchten Hanf. Nina wird von Andy schwanger, doch ihre Beziehung steckt voller Schwierigkeiten, nicht zuletzt durch Ninas Freundin Raffaella. Kittler bekommt eine neue Familie - aus Thailand.Folge 227 "Überreste"Nach Jörgs Ermordung verhängt Eva über Reutlitz den Ausnahmezustand. Als eine Gewalteskalation droht, erzwingt Schnoor die Einstellung von mehr Personal. Eva stellt zwei neue Schließer ein: Hendrik Jansen und Maja Brehme. Ilse, Melanie und Martina fürchten unterdessen, von Raffaella als Mörderinnen enttarnt zu werden. Kittler zeigt sich in der angespannten Lage den Frauen gegenüber besonders brutal - Melanie rächt sich mit einem Stromstoß an ihm.Folge 228 "Getrennte Wege"Strauss ist verzweifelt als er erfährt, dass Uschi sich scheiden lassen will. Doch Uschi kommt bei weitem nicht so gut alleine klar, wie sie Strauss gegenüber vorgibt. Zu den Anstrengungen, einen Job zu finden kommt Melanies Mutter Helga, die Uschi drängt, sich bei Melanie für eine Versöhnung einzusetzen. Uschi kann Helga jedoch nicht helfen, da Melanie zu keiner Versöhnung bereit ist. Als Helga nach einem Mordversuch an Melanies Vergewaltiger blutverschmiert in Reutlitz auftaucht begreifen sowohl Strauss als auch Uschi, wie ernst es Helga mit einer Versöhnung ist...Folge 229 "Nicht mit meiner Schwester"Mareike will sich endlich von ihrer dominanten Schwester lösen. Doch als Martina von Mareikes Antrag auf Verlegung erfährt, setzt sie alles daran, die Zuneigung ihrer Schwester zurückzugewinnen. Die berüchtigte Sascha Mehring aus Preekow kommt als Neuzugang nach Reutlitz. Doch zum Erstaunen der Frauen macht Sascha sich schnell bei allen beliebt - mit einer Ausnahme...Folge 230 "Trautes Heim"Strauss will Uschi beim Aufbau des Übergangsheims finanziell unterstützen. Doch dann taucht Strauss Sohn Toralf auf, der ebenfalls dringend Geld benötigt. Strauss steckt in der Zwickmühle. Maja will Hendrik mit allen Mitteln dazu bewegen, eine ganze Nacht mit ihr zu verbringen...Folge 231 "Auf Distanz"Eva veranlasst Walters Rückverlegung nach Preekow, weil sie glaubt, über Walter an Baumanns Mörder heranzukommen. In der Tat erfährt die in Preekow tablettensüchtig gewordene Walter, wer hinter dem Mord an Baumann steckt. Sie droht der Viererbande, sie auffliegen zu lassen, falls sie keine Pillen bekommt. Ausgerechnet als Martina keine Pillen mehr besorgen kann, wird Walter von Eva zum Verhör gerufen. Dort gerät sie in Versuchung, die Viererbande zu verraten...Folge 232 "Alte Geschichten"Hendrik empfindet Sascha als Bedrohung und versucht alles, um ihre Verlegung zu erwirken. In der Hoffnung auf lukrative Geschäfte legt Melanie gemeinsam mit Lizzy eine Indoor-Hanfplantage an. Evas Vater taucht überraschend auf und macht seiner Tochter das Leben schwer... Folge 233 "Befehlsverweigerung"Kerstin Herzog, die frühere Vertraute von Evas Vater, wird nach ihrer Verurteilung ausgerechnet nach Reutlitz geschickt. Eva gibt sich alle Mühe, Kerstin fair zu behandeln, doch die macht sowohl Eva als auch den anderen Frauen das Leben schwer. Nina freut sich, als Raffaella überraschend im Übergangsheim auftaucht. Doch offenbar ist Raffaella nicht legal in Deutschland. Maja setzt durch, dass auch Insassinnen beim neuen Knastradio moderieren dürfen. Doch Eva steht dem Projekt nach wie vor skeptisch gegenüber...Folge 234 "Unmoralisches Angebot"Eva setzt Sascha unter Druck: Wenn sie nicht bald herausbekommt, wer für Jörgs Tod verantwortlich ist, muss sie zurück nach Preekow. Mareike hofft, mit Hendriks Hilfe den neuen Job in der Gärtnerei zu bekommen. Melanie erwartet eine üppige Marihuana-Ernte. Doch dann entdeckt sie Blattläuse in der Plantage...Folge 235 "Mareikes erste Liebe"Mareike verliebt sich in Hendrik, der sich ihr gegenüber jedoch sehr widersprüchlich verhält. Nina beginnt daran zu zweifeln, dass sich Raffaella tatsächlich legal in Deutschland aufhält...Folge 236 "Die Quittung"Nina und Andy verlangen von Raffaella in deren eigenem Interesse, sich der Polizei zu stellen, doch Raffaella verfolgt andere Pläne... Mareikes Affäre mit Hendrik hat auch positive Wirkungen für ihre Schwester Martina und Kerstins scheinbar hoffnungslose Situation nimmt durch einen anonymen Anruf eine überraschende Wendung...Folge 237 "Kleine Fluchten"Martina muss erfahren, dass sich Chris in der Obhut völlig überforderter Pflegeeltern befindet. Obwohl sich Schnoor gleichzeitig mit Jugendamt um eine neue Pflegefamilie bemüht, plant Martina die Flucht, um Chris zu sehen. Damit bringt sie sich fast um Wiederaufnahmeverfahren und ihre gemeinsame Zukunft mit ihrem Sohn...Folge 238 "Versuchungen"Kerstin ist sich nahezu sicher, dass Evas Vater selbst den Mord begangen hat, für den sie eingesperrt wurde. Lizzy sehnt sich nach einem Schäferstündchen und kommt auf eine Idee, wie sie dies in Reutlitz realisieren kann. Die Marihuana-Ernte steht kurz bevor - doch es gibt erneut ein Problem: Wo soll die illegale Ware getrocknet werden?Folge 239 "Gott sei Dank"Fabio gelingt es, sich unerkannt in Reutlitz einzuschmuggeln. Raffaellas Leben ist damit in akuter Gefahr. Sascha will unbedingt etwas dagegen unternehmen, dass Kerstin weiterhin von Eva schikaniert wird. Karel Gott ist als Überraschungsgast zum Herbstfest eingeladen. Der Künstler wird jedoch aufgrund eines Irrtums für einen gefährlichen Psychopathen gehalten und festgesetzt. Karel muss um sein Leben singen...Folge 240 "Spitzel"Hendrik verrät Saschas Spitzeldienste für Eva an Mareike und bringt Sascha damit in Lebensgefahr. Mike verliebt sich unsterblich in Mels Stimme. Ein erstes Treffen der beiden verläuft allerdings gänzlich anders, als Mike gehofft hatte. Eva beginnt an der Unschuld ihres Vaters zu zweifeln...Folge 241 "Unsichtbarer Feind"Kerstin setzt alle Hoffnung auf die Entlastungszeugin, die gegen Werner aussagen will. Doch dann zerschlagen sich Kerstins Träume auf brutale Weise... Mike schmuggelt Drogen für Walter nach Reutlitz. Nina ist in großer Sorge um die inzwischen völlig abhängige Walter. Und tatsächlich lässt die Katastrophe nicht lange auf sich warten: Walter hat unter Drogeneinfluss einen Unfall...Folge 242 "Ich hole Dich raus"Nina sieht für Walter im Knast keine Chance, von den Tabletten wegzukommen. Sie will Walter zur Flucht verhelfen. Hinter Andys Rücken plant sie, Walter aus Reutlitz zu befreien. Doch als Walter sich kurz vor der Aktion mit Tabletten zudröhnt, gefährdet sie das Unternehmen...Folge 243 "Er liebt mich, er liebt mich nicht"Hendrik braucht dringend Geld, um das Internat für seinen Sohn bezahlen zu können. Als der Verkauf seines Hauses an seiner Frau scheitert, fordert er Schweigegeld von einen Pharmareferenten, der Dr. Strauss schmiert. Auch dieser Deal kommt nicht zustande. Aber der Pharmareferent macht ihm unerwartet ein lukratives Angebot...Folge 244 "Menschenversuche"Um die Internatsplätze für seine Söhne zu finanzieren, zwingt Hendrik Strauss zur Mitarbeit an einem Medikamentenversuch. Zuerst verläuft das Experiment reibungslos, doch schließlich tauchen ernsthafte Zweifel an der Harmlosigkeit des Präparats auf. Ilse wird dabei zum ahnungslosen Opfer... Martina sieht ihrer baldigen Freiheit mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits freut sie sich auf ihre Zukunft mit Chris, andererseits sorgt sie sich darum, dass Mareike immer mehr den Einflüssen des charismatischen Hendrik erliegt...Folge 245 "Schluss"Hendrik befürchtet, dass man ihm wegen der Medikamentenversuche auf die Spur kommt. Mit Hilfe von Mareike vernichtet er alle Beweise. Er fühlt sich sicher, bis Ariane ihm klarmacht, dass sie von den Versuchen weiß. Sie droht, Hendrik zu verraten und verlangt von ihm, Mareike über die Klinge springen zu lassen. Hendrik geht auf den Deal ein und schiebt Mareike Tabletten unter. Doch als Mareike begreift, dass Hendrik sie hintergangen hat, fasst sie einen folgenschweren Entschluss...Folge 246 "Schuldfrage"Martina will Hendrik als Mörder ihrer Schwester bloßstellen. Doch ihre Versuche, Schnoor von den illegalen Medikamententests zu überzeugen, an denen Hendrik und Strauss beteiligt sind, schlagen fehl. Trotz ihrer bevorstehenden Entlassung begibt sich Martina in einen Streik, um Schnoor zu einer Untersuchung des Vorfalls zu drängen. Die lässt sich zwar darauf ein, aber Hendrik zettelt mit Arianes Hilfe einen gewalttätigen Krawall an, um Martina als Anführerin der Meuterei verhaften zu lassen...Folge 247 "Bye bye Uschi"Hendrik verhilft Ariane zur Flucht. Kaum in Freiheit, kidnappt Ariane Uschi, um mit Hilfe ihrer Geisel nun Strauss erpressen zu können. Walter kehrt nach dem Entzug drogenfrei nach Reutlitz zurück. Kittler will seine thailändische Freundin unbedingt loswerden...Folge 248 "Hilfe"Andy sucht nach Mareikes Tod Trost bei Maja. Als Nina die Intimität zwischen Andy und Maja mitbekommt, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung. Strauss ist in panischer Angst um Uschi. Niemand scheint eine Ahnung zu haben, wo sie oder Ariane sich aufhalten könnten. Doch dann kommt ihm ein Zufall zu Hilfe. Simone und Ilse befürchten, dass Walter zum Spitzel geworden sein könnte...Folge 249 "Panik"Martina will Rache für den Tod ihrer Schwester Mareike. All ihre Wut richtet sich gegen Hendrik. Mit Gewalt zwingt sie Schnoor, ihr Hendrik auszuliefern. In der Hoffnung, dort an Waffen zu geraten, führt Schnoor Martina nicht zu Jansen, sondern in den Überwachungsraum. Martina und ihrer Mitinsassin Peggy gelingt es jedoch, dort auch Andy zu überwältigen und an die Waffe zu kommen. Gemeinsam ziehen sie weiter in den Personalaufenthaltsraum und nehmen dort weitere Geiseln...Folge 250 "Befreiung"Martina erfährt, dass Andy der Mörder ihrer Schwester ist. Die Polizei beschließt, den Raum zu stürmen, in dem sich Martina und Peggy mit ihren Geiseln verschanzt haben. Kerstin offenbart Eva alles, was sie über die Schiebereien Werners bei der Bundeswehr weiß. Eva trifft daraufhin einen folgenschweren Entschluss. Nina bittet Walter, ihr dabei zu helfen, Andy vor Martinas Rache zu schützen.Folge 251 "Spießrutenlauf"Als die Frauen erfahren, dass Andy Mareikes Mörder ist, kommt es zu Übergriffen. Andy wird schließlich von Eva in den Zwangsurlaub geschickt. Außerdem veranlasst Eva, dass Mike nicht länger als Lieferant nach Reutlitz kommt. Die sich häufenden Vorfälle in Reutlitz veranlassen Evelyn Kaltenbach, Station C zu einem Hochsicherheitstrakt umbauen zu lassen...Folge 252 "Die S-Bahn-Schubser"Zwei Neuzugänge in Reutlitz: Heidrun Fischer, kurz "Fisch" genannt, und Nancy Konnopke werden in den Frauenknast gebracht. Während Fisch verschlossen und brutal erscheint, macht die eher schüchterne Nancy keinen Hehl aus ihrer Verstörtheit angesichts der neuen Situation. Eva lässt die Insassinnen am Umbau von Station C zum Hochsicherheitstrakt mitarbeiten, ohne sie über den wahren Zweck dieser Maßnahme zu informieren. Doch die Frauen finden die Wahrheit bald heraus und reagieren entsprechend...Folge 253 "Gerechtigkeit"Der Prozess gegen Evas Vater hat begonnen: In aller Öffentlichkeit soll Eva noch einmal beeiden, dass ihr Vater gestanden hat, ein Mörder zu sein. Doch dies soll nicht ihr einziges Problem bleiben. Kerstins Anwalt reicht eine Klage wegen Amtsmissbrauchs gegen sie ein, und Eva gerät unter Verdacht, etwas mit dem Mord an Hildegard Lutz zu tun zu haben. Als Schnoor nun belastendes Material gegen Eva in die Hand bekommt, droht Eva noch tiefer in die Bredouille zu geraten...Folge 254 "Bye bye Baal"Sascha ist verzweifelt, weil sie glaubt, Kerstin für immer verloren zu haben. Und tatsächlich bemüht sich Kerstin intensiv, in ihr altes Leben zurückzufinden. Doch sie kann Sascha einfach nicht vergessen. Schnorr macht sich Hoffnungen, Evas Nachfolgerin zu werden. Doch sie bekommt unerwartete Konkurrenz...

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Um das Interview, das Günter Grass am 12.08.2006 der FAZ gegeben hat, zu lesen, klicken Sie bitte unten auf „mehr“.Günter Grass erzählt von sich selbst. Vom Ende seiner Kindheit beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Vom Knaben in Uniform, der so gern zur U-Boot-Flotte möchte und sich hungernd in einem Kriegsgefangenenlager wiederfindet. Von dem jungen Mann, der sich den Künsten verschreibt, den Frauen hingibt und in Paris an der "Blechtrommel" arbeitet. Günter Grass erzählt von der spannendsten Zeit eines Menschen: den Jahren, in denen eine Persönlichkeit entsteht, geformt wird, ihre einzigartige Gestalt annimmt.Zwischen den vielen Schichten der "Zwiebel Erinnerung" sind zahllose Erlebnisse verborgen. Grass legt sie frei, schreibt über den Arbeitsdienst-Kameraden, der niemals eine Waffe in die Hand nahm, schildert genüßlich einen Lager-Kochkurs, der mangels Lebensmittel abstrakt bliebt, und berichtet, wie der Kunststudent sein Geld in einer Jazzband verdiente. Zudem zeichnet er liebevolle Porträts von seiner Familie, von Freunden, Lehrern, Weggefährten.Beim Häuten der Zwiebel ist ein mit komischen und traurigen, oft ergreifenden Geschichten prall gefülltes Erinnerungsbuch, das immer wieder Brücken in die Gegenwart schlägt. Günter Grass fasst den jungen Menschen von damals nicht mit Samthandschuhen an, enthüllt seine Schwächen, legt den Finger auf manches Versagen und noch heute schmerzende Wunden. Dass er die eine oder andere Erinnerungslücke mit Hilfe seiner reichen Phantasie ausgemalt haben könnte, gesteht er offen ein.Günter Grass im Interview mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung (vom 12.08.2006, Nr. 186, S. 33):Warum ich nach sechzig Jahren mein Schweigen brecheEine deutsche Jugend: Günter Grass spricht zum ersten Mal über sein Erinnerungsbuch und seine Mitgliedschaft in der Waffen-SSZum ersten Mal nach mehr als sechzig Jahren spricht Günter Grass über seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS. Als Fünfzehnjähriger hatte er sich noch als Hitlerjunge freiwillig zu den U-Booten gemeldet, mit siebzehn wurde Grass einberufen und kam vom Arbeitsdienst zur Division "Frundsberg", die zur Waffen-SS gehörte. In seinem Erinnerungsbuch "Beim Häuten der Zwiebel", das im September erscheinen wird, beschreibt Grass seine Kindheit in Danzig, die letzten Kriegswochen als Soldat, in denen er nur mit knapper Not dem Tod entkam, die Kriegsgefangenschaft und die Wirren der ersten Nachkriegszeit. Der Wunsch, Künstler zu werden, wurde über diesen Erlebnissen noch stärker. Dem Weg vom Flüchtlingskind zum Autor der "Blechtrommel" ist der zweite Teil des Buches gewidmet. Er endet mit dem Aufenthalt von Günter Grass und seiner ersten Frau Anna in Paris Ende der fünfziger Jahre. Am 19. August, heute in einer Woche, werden wir in einer achtseitigen Sonderbeilage ausführliche Exklusivauszüge aus dem neuen Buch vorstellen. Die Beilage enthält außerdem zahlreiche Rötelzeichnungen von Grass sowie zum Teil bislang unbekannte Fotodokumente aus der Jugend des Schriftstellers. Günter Grass hat an der Gestaltung der Beilage mitgewirkt.F.A.Z.Ihre Erinnerungen tragen den Titel "Beim Häuten der Zwiebel". Was hat es mit der Zwiebel auf sich?Ich mußte eine Form für dieses Buch finden, das war das Schwierigste daran. Es ist ja eine Binsenwahrheit, daß unsere Erinnerungen, unsere Selbstbilder trügerisch sein können und es oft auch sind. Wir beschönigen, dramatisieren, lassen Erlebnisse zur Anekdote zusammenschnurren. Und all das, also auch das Fragwürdige, das alle literarischen Erinnerungen aufweisen, wollte ich schon in der Form durchscheinen und anklingen lassen. Deshalb die Zwiebel. Beim Enthäuten der Zwiebel, also beim Schreiben, wird Haut für Haut, Satz um Satz etwas deutlich und ablesbar, da wird Verschollenes wieder lebendig.Was hat Sie dazu bewogen, Ihre Erinnerungen aufzuschreiben?Ich will nicht sagen, daß es eine schwere Geburt war, aber es brauchte doch eine gewisse Überwindung, bevor ich damit beginnen konnte, weil ich einige grundsätzliche Einwände gegen Autobiographien habe. Viele Autobiographien versuchen dem Leser weiszumachen, eine Sache sei so und nicht anders gewesen. Das wollte ich offener gestalten, deswegen war die Form für mich so wichtig.Ihr Buch geht zurück bis in die Kindheitsjahre. Aber es fängt nicht mit Ihrer frühesten Erinnerung an, sondern es beginnt, da sind Sie fast zwölf Jahre alt, mit dem Ausbruch des Krieges. Warum haben Sie genau diese Zäsur gewählt?Der Krieg, das ist der Dreh- und Angelpunkt. Er datiert den Anfang vom Ende meiner Kindheit, weil mit Kriegsbeginn zum ersten Mal Dinge von außen bis in die Familien hinein wirksam wurden. Mein Onkel, der bei der polnischen Post war, fehlte auf einmal, er besuchte uns nicht mehr, wir spielten nicht mehr mit seinen Kindern. Dann hieß es, man habe ihn standrechtlich erschossen. Die kaschubische Verwandtschaft meiner Mutter, die vorher bei uns ein und aus ging, war plötzlich nicht mehr gern gesehen. Erst in den späteren Kriegsjahren kam die Großtante wieder und brachte irgend etwas vom Bauernhof mit und holte bei uns Petroleum. Das bekam sie auf dem Land nicht, wegen der Knappheit. So ergab sich wieder familiärer Zusammenhalt. Aber zunächst einmal paßten sich meine Eltern opportunistisch den Gegebenheiten an. Über all das, was damals gewesen ist, wollte ich mir noch einmal Klarheit verschaffen, vor allem über bestimmte Dinge bei mir selbst. Was hat dich, was hat den Jungen, der du einmal warst, gehindert, die richtigen Fragen zu stellen? Du bist ja ein wacher Bursche gewesen, sogar aufsässig. Aber du hast keine Fragen gestellt, nicht die entscheidenden Fragen. Darum ging es mir. Und ich wollte meine Vergangenheit nicht einfach schildern und sagen, so war es, sondern ich wollte davon erzählen. Denn das ist meine Sache: erzählen.Sie suchen für Ihre Erinnerung und Ihr erzählerisches Temperament immer wieder den Stimulus von außen. Die Zwiebel oder Bernstein von Ihrer geliebten Ostseeküste helfen Ihnen auf die Sprünge. Gibt es kein Familienarchiv, aus dem Sie schöpfen konnten?Als Flüchtlingskind - ich bin mittlerweile fast achtzig und nenne mich immer noch Flüchtlingskind - hatte ich nichts. Ich weise im Buch darauf hin, daß Kollegen von mir, die am Bodensee oder in Nürnberg aufgewachsen sind, immer noch ihre Schulzeugnisse und alles mögliche aus ihrer Kindheit greifbar haben. Ich habe nichts mehr. Es ist alles weg. Einige wenige Fotos, die meine Mutter aufbewahren konnte, das war's. Ich bin also in einer benachteiligten Situation gewesen, die sich dann aber doch beim Erzählen als vorteilhaft erwies.Zu den verlorenen Schätzen Ihrer Kindheit gehört auch das Manuskript Ihres ersten Romans.Ja, das war ein historischer Roman, der im dreizehnten Jahrhundert spielte, in der Zeit des Interregnums, der kaiserlosen, der schrecklichen Zeit. Da gab es Femegerichte, das Stauferreich ging unter, Tod und Teufel waren los. Aber ich konnte mit meinen fiktiven Figuren nicht haushalten, am Ende des ersten Kapitels waren sie alle tot. Da gab's kein Weiterschreiben. Aber daraus habe ich immerhin gelernt, später mit meinen Figuren ökonomischer umzugehen. Tulla Pokriefke und Oskar Matzerath haben ihre ersten Auftritte überlebt und konnten so in späteren Büchern wieder auftauchen.Sie haben wiederholt berichtet, daß erst Baldur von Schirachs Schuldbekenntnis in Nürnberg Sie davon überzeugen konnte, daß die Deutschen den Völkermord begangen haben. Aber jetzt sprechen Sie zum ersten Mal und völlig überraschend darüber, daß Sie Mitglied der Waffen-SS waren. Warum erst jetzt?Das hat mich bedrückt. Mein Schweigen über all die Jahre zählt zu den Gründen, warum ich dieses Buch geschrieben habe. Das mußte raus, endlich. Die Sache verlief damals so: Ich hatte mich freiwillig gemeldet, aber nicht zur Waffen-SS, sondern zu den U-Booten, was genauso verrückt war. Aber die nahmen niemanden mehr. Die Waffen-SS hingegen hat in diesen letzten Kriegsmonaten 1944/45 genommen, was sie kriegen konnte. Das galt für Rekruten, aber auch für Ältere, die oft von der Luftwaffe kamen, "Hermann-Göring-Spende" nannte man das. Je weniger Flugplätze noch intakt waren, desto mehr Bodenpersonal wurde in Heereseinheiten oder in Einheiten der Waffen-SS gesteckt. Bei der Marine war's genauso. Und für mich, da bin ich meiner Erinnerung sicher, war die Waffen-SS zuerst einmal nichts Abschreckendes, sondern eine Eliteeinheit, die immer dort eingesetzt wurde, wo es brenzlig war, und die, wie sich herumsprach, auch die meisten Verluste hatte.Was mit Ihnen geschah, haben Sie ja sicher erst festgestellt, als Sie bei Ihrer Einheit waren. Oder konnten Sie das schon am Einberufungsbefehl erkennen?An der Stelle wird's undeutlich, weil ich nicht sicher bin, wie es war: War es schon am Einberufungsbefehl zu erkennen, am Briefkopf, am Dienstgrad des Unterzeichners? Oder habe ich das erst gemerkt, als ich in Dresden ankam? Das weiß ich nicht mehr.Haben Sie damals mit Ihren Kameraden darüber gesprochen, was es bedeutet, in der Waffen-SS zu sein? War das ein Thema unter den jungen Männern, die sich da zusammengewürfelt fanden?In der Einheit war es so, wie ich es im Buch beschrieben habe: Schliff. Es gab nichts anderes. Da hieß es nur: Wie komme ich drum herum? Ich habe mir selbst die Gelbsucht beigebracht, das reichte aber nur für ein paar Wochen. Danach begann wieder die Hundsschleiferei und eine unzureichende Ausbildung mit veraltetem Gerät. - Jedenfalls mußte es geschrieben werden.Sie hätten es nicht schreiben müssen. Niemand konnte Sie dazu zwingen.Es war mein eigener Zwang, der mich dazu gebracht hat.Warum haben Sie sich freiwillig zur Wehrmacht gemeldet?Mir ging es zunächst vor allem darum rauszukommen. Aus der Enge, aus der Familie. Das wollte ich beenden, und deshalb habe ich mich freiwillig gemeldet. Auch das ist ja eine merkwürdige Sache: Ich habe mich gemeldet, mit fünfzehn wohl, und danach den Vorgang als Tatsache vergessen. So ging es vielen meines Jahrgangs: Wir waren im Arbeitsdienst, und auf einmal, ein Jahr später, lag der Einberufungsbefehl auf dem Tisch. Und dann stellte ich vielleicht erst in Dresden fest, es ist die Waffen- SS.Hatten Sie ein Schuldgefühl deswegen?Währenddessen? Nein. Später hat mich dieses Schuldgefühl als Schande belastet. Es war für mich immer mit der Frage verbunden: Hättest du zu dem Zeitpunkt erkennen können, was da mit dir vor sich geht? Ich schildere ja zum Beispiel zu Anfang des Buches einen Mitschüler, der mehr wußte als wir anderen in der Klasse. Der hatte einen Vater, der sozialdemokratischer Abgeordneter im Senat war und später ins KZ kam. Ich kenne auch Fälle, wo sich dann die Kinder gegen ihre Eltern gestellt haben. Wenn die von ihrem bürgerlich-konservativen Standpunkt aus die Nazis kritisiert haben, konnte das gefährlich werden. Es war nicht leicht, einem jungen Menschen das damals klarzumachen. Man vergißt ja leicht, wie geschickt und modern die Hitlerjugend und das Jungvolk als Vorstufe aufgezogen waren. Hitlers Satz "Jugend muß von Jugend geführt werden" war ungeheuer wirkungsvoll. Mein Fähnleinführer war ein prima Kerl, und wir kamen uns viel besser vor als diese Parteiburschen. So fühlten und dachten damals viele.Sie haben sich als einer der ersten Ihrer Generation über die eigene Verführbarkeit geäußert und waren immer sehr offen im Umgang mit der deutschen Geschichte. Dafür sind Sie oft gescholten worden.Ja, wir haben bis heute so viele Widerstandskämpfer, daß man sich wundert, wie Hitler an die Macht hat kommen können. Aber ich will noch einmal zurückkehren in die fünfziger Jahre, um Ihnen meinen Ansatz beim Schreiben der "Blechtrommel" zu erklären. Was zuvor, 1945, geschehen war, galt als Zusammenbruch, war nicht die bedingungslose Kapitulation. Verharmlosend hieß es: Es wurde dunkel in Deutschland. Es wurde so getan, als wäre das arme deutsche Volk von einer Horde schwarzer Gesellen verführt worden. Und das stimmte nicht. Ich habe als Kind miterlebt, wie alles am hellen Tag passierte. Und zwar mit Begeisterung und mit Zuspruch. Natürlich auch durch Verführung, auch das, ganz gewiß. Was die Jugend betrifft: Viele, viele waren begeistert dabei. Und dieser Begeisterung und ihren Ursachen wollte ich nachgehen, schon beim Schreiben der "Blechtrommel" und auch jetzt wieder, ein halbes Jahrhundert später, bei meinem neuen Buch.Haben Sie Widerstand beobachtet?Wirklichen Widerstand habe ich nur in einem Fall erlebt, das war beim Arbeitsdienst und wird im Buch ausführlich beschrieben. Seinen Namen weiß ich nicht mehr, und so nenne ich ihn heute "Wirtunsowasnicht", denn das war seine stehende Redewendung. Er gehörte keiner der herrschenden Ideologien an, war weder Nazi noch Kommunist oder Sozialist. Er gehörte zu den Zeugen Jehovas. Man konnte gar nicht genau sagen, wogegen er war. Jedenfalls faßte er kein Gewehr an. Er ließ es einfach fallen, immer wieder, gleich, welche Strafe ihm angedroht und vollzogen wurde. Und auch dieser ungewöhnliche Mensch hat mich nicht zum Umdenken bewegen können. Ich habe ihn gehaßt und bewundert. Gehaßt, weil wir seinetwegen noch mehr geschliffen wurden. Und bewundert habe ich seine unglaubliche Willensstärke und mich gefragt: Wie hält er das aus? Wie schafft er das bloß?Kann es sein, daß Sie in der Nachkriegszeit einfach den richtigen Zeitpunkt verpaßt haben, um Ihre SS-Zugehörigkeit zu thematisieren?Das weiß ich nicht. Es ist sicher so, daß ich glaubte, mit dem, was ich schreibend tat, genug getan zu haben. Ich habe ja meinen Lernprozeß durchgemacht und daraus meine Konsequenzen gezogen. Aber es blieb dieser restliche Makel. Es war deshalb immer klar für mich, daß dieser Rest seinen Platz finden müßte, wenn ich mich jemals dazu entschließen sollte, etwas Autobiographisches zu schreiben. Aber das ist nicht das dominierende Thema meines Buches.Konnten Sie diesen nachträglichen Schock, Teil einer verbrecherischen Organisation gewesen zu sein, in der "Blechtrommel" und in "Katz und Maus" verarbeiten?Das meinte ich, als ich einmal sagte, dieses Thema war mir ohnehin gestellt. Es fing mit der "Blechtrommel" an. So etwas kann man nicht wollen, das war keine freie Entscheidung, das war unumgänglich. Ich habe anfangs mit meinen verschiedenen Begabungen und Möglichkeiten zwar immer wieder versucht, drum herumzutanzen, aber die Stoffmasse des Themas war immer da, wartete sozusagen auf mich, und ich mußte mich dem stellen. Als ich meinen ehemaligen Mitschüler Wolfgang Heinrichs 1990 als gebrochenen Menschen wiedertraf, ich beschreibe diese Begegnung im Buch, wurde mir klar, wie sehr vom Zufall abhing, wo man bei Kriegsende landete. Ich wurde aus der Gefangenschaft in den Westen entlassen und befand mich auf freier Wildbahn. Ich mußte mir selbst etwas zusammenschustern mit all den Irrtümern und mit all den Umwegen, während Gleichaltrige meiner Generation, Christa Wolf etwa oder Erich Loest, im Osten des Landes sofort mit einer neuen und glaubhaften Ideologie versorgt waren. Da kamen auf einmal Widerstandskämpfer, die im spanischen Bürgerkrieg gewesen waren, die unter Hitler gelitten hatten, und boten sich als Beispiele an. Daran konnte man sich orientieren.Da ging es zu wie in einer anständigen Familie.Das gab's im Westen nicht. Wir hatten Adenauer, grauenhaft, mit all den Lügen, mit dem ganzen katholischen Mief. Die damals propagierte Gesellschaft war durch eine Art von Spießigkeit geprägt, die es nicht einmal bei den Nazis gegeben hatte. Die Nazis hatten auf oberflächliche Weise eine Art Volksgemeinschaft etabliert. Klassenunterschiede oder religiöser Dünkel durften da keine vorherrschende Rolle spielen. Anders als in der DDR haben wir in der Bundesrepublik unter dem Schlagwort "Bewältigung der Vergangenheit" jahrzehntelang Diskussionen geführt. Aber das Wort "Bewältigung" taugte nicht. Und es gab die Gegenkräfte, Franz Josef Strauß etwa, der sagte: "Genug Asche aufs Haupt!" und "Jetzt ist Schluß!", und immer wieder erscholl der Ruf nach Normalisierung - als wenn Normalität etwas besonders Erstrebenswertes wäre. Im Gegenteil: Vor Leuten, die sich "normal" nennen, habe ich Angst. Und sogar wenn ich im stillen dachte, jetzt ist das alles so lange her, hat uns unsere Vergangenheit doch immer wieder eingeholt. Wir haben gelernt, damit zu leben und uns dem zu stellen. Das sehe ich als eine Leistung an, auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Schauen wir nur nach England oder Frankreich, von Holland und Belgien gar nicht zu reden: Die Zeit der Kolonialherrschaft und die damit verbundenen Verbrechen sind dort wie ausgespart. Wahrscheinlich ist - auch das wieder eine Ironie der Geschichte - so etwas wie eine totale Niederlage Voraussetzung für eine solche Leistung. Ich habe das einmal an anderer Stelle gesagt: Siegen macht dumm. Die Sieger denken, sie müßten sich nicht um die Sünden der Vergangenheit kümmern, aber auch die Sieger werden davon eingeholt. Die junge Generation stellt immer irgendwann Fragen.Und Sie haben die Fragen erst 1946 gestellt?Das war der Schock, der aber nicht sofort einsetzte. Es mußte erst Baldur von Schirach im Nürnberger Prozeß aussagen, bevor ich glaubte, daß die Verbrechen tatsächlich stattgefunden hatten. Deutsche tun so was nicht, habe ich gedacht und alles für Propaganda gehalten, dumm, wie ich war. Dann aber war es unabweislich, und das Ausmaß dieses Verbrechens scheint noch zu wachsen, je größer die zeitliche Distanz dazu ist. Es wird sogar immer unfaßlicher. Ebenso wie "Bewältigung der Vergangenheit" ein untaugliches Wort ist, kann auch jedes "Begreifen" nur eine Annäherung sein. Pogrome gab es immer, in Polen, Rußland, überall. Aber das von Deutschen organisierte Verbrechen, das planmäßige, ist einzigartig, ist einmalig.Wann haben Sie begonnen, sich für Politik zu interessieren?Es hat lange Zeit gedauert, bis ich zu einer politischen Einstellung gefunden habe, bis ich politische Machtverhältnisse und dergleichen auch nur halbwegs einzuschätzen verstand. Wie viele andere meiner Generation ging ich ja fast in einer Art von Verblödung aus der Nazizeit hervor. Wie ist es denn eigentlich zu erklären, daß wir bis zum Schluß noch an Endsieg und Wunderwaffen glaubten? Das ist doch aus heutiger Sicht nicht zu verstehen. Meine ersten politischen Erfahrungen habe ich ein Jahr nach Kriegsende als Arbeiter im Kalibergwerk gemacht. Im Buch beschreibe ich, wie unversöhnlich sich dort drei verschiedene Gruppierungen von Arbeitern gegenüberstanden: alte Nazis, Kommunisten und Sozialdemokraten. Unter Tage wurde heftig diskutiert und gestritten. Und am Ende standen oft Kommunisten und Nazis zusammen gegen Sozialdemokraten. So habe ich erlebt und später dann verstehen können, woran die Weimarer Republik zugrunde gegangen war: natürlich vor allem an den Nazis, aber auch daran, daß die Nazis und die Kommunisten gemeinsame Sache gemacht haben. Das war die Folge eines Komintern-Beschlusses aus Moskau, der nicht die Nazis, sondern die sogenannten "Sozialfaschisten", die Sozialdemokraten also, zum größten Feind erklärt hatte.Sind Sie damals im Kalibergwerk bereits zum Sozialdemokraten geworden?Ich habe mich zunächst viel mehr für Kunst interessiert. Politisiert worden bin ich wohl mehr während meiner Reisen durch Frankreich. Aus Frankreich schwappte ja auch der Streit zwischen Camus und Sartre zu uns herüber. Man kann sich heute kaum noch vorstellen, was diese Auseinandersetzung für meine Generation bedeutet hat. Man war plötzlich zu einer Entscheidung gezwungen, wenn man neugierig war und für sich selbst entscheiden wollte: Wie lebe ich weiter? Welche Position nehme ich ein? Und da war die Entscheidung für Camus, was mich betrifft, doch eine sehr grundlegende Entscheidung. Ähnlich ging es mir später im sogenannten "Berliner Kunststreit" zwischen Karl Hofer und Will Grohmann, in dem Hofer die gegenständliche, vom Bild des Menschen bestimmte Malerei gegen die gegenstandslose, die "informelle Malerei" verteidigte. Das war, ich beschreibe es im Buch, weniger eine politische und mehr eine ästhetische Entscheidung. Aber natürlich hatte auch diese Debatte einen politischen Hintergrund.Wie weit ist das alles weg, wenn man fast achtzig ist?Das ist alles sehr nah. Wenn ich genau sagen sollte, welche Reise ich 1996 unternommen habe, müßte ich in irgendwelchen Notizbüchern nachsehen. Mit dem Alter jedoch wird die Kindheitsphase deutlicher. Der richtige Zeitpunkt, etwas Autobiographisches zu schreiben, hängt offenbar auch mit dem Alter zusammen.Haben Sie das Buch für Ihre Enkel geschrieben?Bewußt wie unterbewußt haben beim Schreiben sicher auch meine Kinder und Enkelkinder eine Rolle gespielt. Wie man etwas einer anderen Generation erzählt, diese Frage hat mich oft beschäftigt. Im "Tagebuch einer Schnecke" mußte ich ihnen erklären, warum ich in den Wahlkampf gehe, warum ich daran Anstoß nehme, daß ein ehemaliger Großnazi wie Kiesinger Kanzler ist. Damals stand ich vor der Schwierigkeit, wie erkläre ich meinen Kindern Auschwitz? Vor dieser Schwierigkeit stehen wir bis heute.In vielen Familien war das Schweigen über die Vergangenheit bedrückend. Hat man sich denn zumindest innerhalb Ihrer Generation über Kriegserlebnisse ausgetauscht?Doch, das schon. Kriegserlebnisse, das waren bei den meisten gleichwertige Erfahrungen: Es ging eigentlich nur ums Überleben. Die ersten Toten, die ich gesehen habe, waren keine Russen, sondern Deutsche. Sie hingen an den Bäumen, viele unter ihnen waren in meinem Alter. Das hatten sie dem "Mittelabschnitts-Schörner" zu verdanken. Als dieser berüchtigte und verhaßte General aus der russischen Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, kam er mit der Bahn an und ist dann ein paar Stationen vorher ausgestiegen, denn dort, wo er ankommen sollte, warteten haufenweise ehemalige Soldaten, die ihn gelyncht hätten.Spielte das Alter der Jugendlichen eigentlich eine Rolle? War ein Vierzehnjähriger den Nazis nicht schutzloser ausgeliefert als ein Achtzehn- oder Zwanzigjähriger?Gewiß, da konnte schon ein Altersunterschied von zwei Jahren große Bedeutung haben. Das habe ich oft von anderen gehört, die erst im Jungvolk, dann in der Hitlerjugend waren: Die schönste Zeit, so haben sie es in Erinnerung, das war beim Jungvolk. Mit der Hitlerjugend kam die Pubertät, und die ewigen Liederabende und all das wurde langweilig. Die Nazis haben viel abgekupfert von den Pfadfindern und von anderen Jugendverbänden. Die Zeltlager, die Kameradschaft und so weiter, das war für die Jugend ein attraktives Angebot. Im Vergleich zu den Zwängen, die in der Schule und im Elternhaus herrschten, schien es Jugendlichen beim Jungvolk freier zuzugehen.Und es ging gegen die Autorität der Eltern.Ja, es war antibürgerlich! Aber auch hier ist die Zufälligkeit des Geburtsjahrganges wichtig. Wer weiß, in was ich hineingeraten wäre, wenn ich drei oder vier Jahre älter gewesen wäre. Ich kam mir übrigens bei Kriegsende keineswegs befreit vor, ich war geschlagen. Vom Tag der Befreiung können nur jene sprechen, die wirklich unter dem System gelitten haben.Hatten Sie eine Vorstellung davon, welche Angst die Uniform der SS auslöst?Darauf hat mich erst der Obergefreite aufmerksam gemacht, mit dem ich unterwegs gewesen bin, nachdem unsere Einheit aufgerieben war. Unsere Division gab es nicht mehr, es war ein einziges Chaos und Durcheinander und ein Versuch aller, zu überleben. Mir half dabei dieser Mann vom wunderbaren Typ des deutschen Obergefreiten - der nicht Unteroffizier werden wollte, auf den man sich verlassen konnte, der alle Tricks kannte, dem Kameradschaft wichtig war. Er bestand darauf, daß ich die Uniform wechselte. Mir war nicht bewußt, in welcher Gefahr ich steckte. Daher auch später mein Unglaube angesichts der Bilder aus dem KZ: Das können Deutsche nicht gemacht haben, unmöglich! In der Gefangenschaft wurden wir zum ersten Mal mit diesen Verbrechen konfrontiert und sahen gleichzeitig, wie in den amerikanischen Kasernen die Weißen die in getrennten Baracken untergebrachten Schwarzen als "Nigger" beschimpften. Ich erwähne im Buch einen Burschen aus Virginia, ein netter Kerl, bißchen dumm, der sprach mit dem Truck-Fahrer, der Schwarzer war, kein Wort. Der Weiße benutzte mich mit meinem schütteren Englisch als Vermittler: "Tell this guy we are leaving now." Ich hatte ihm zu sagen, daß wir jetzt abfahren, der Weiße hat nie direkt mit dem Schwarzen gesprochen. Ich will nicht sagen, daß das ein Schock war, aber auf einmal war ich mit direktem Rassismus konfrontiert. Und dann dieser Wahnsinn in der Gefangenschaft, die Wahnsinnsgerüchte: Das dauert nicht mehr lange, dann werden wir wiederbewaffnet, es geht gegen die Russen, mit den Amis gemeinsam und jetzt besser ausgerüstet. Das ging auf den amerikanischen General Patton zurück.Das war auch noch bei den Nürnberger Prozessen so. Die Angeklagten haben immer gesagt, es wird schon nicht so schlimm werden, die brauchen uns ja noch.Das war ja nicht so ganz falsch, wenn man sich überlegt, daß fünf Jahre später die Vorbereitungen für die Wiederbewaffnung der Deutschen anfingen. Das Feindbild mußte nicht korrigiert werden, bis hin zu den schrecklichen Adenauer-Plakaten mit diesem Rotgardisten, der wie ein asiatisches Untier die Leute anstarrte. Damit konnte man Wahlkampf machen.Gehen wir noch einmal zurück ins Jahr 1945. Alles ist zerstört, ein Leben in Ungewißheit und Ruinen. Und da ist dieser junge Mann, der Sie einmal waren und der genau weiß, daß er Künstler werden will. Wie hat man sich das vorzustellen? Es gab nichts, keine Verlage, keine Galerien, keine Bühne, kein Publikum.Aber ich hatte das doch alles im Kopf. Es war ein Andrang von Figuren, von ungeformten Dingen. Gleichzeitig herrschte dieses Vakuum, das Nichtwissen. Man kann sich, glaube ich, heute den Hunger nach unbekannter Kunst nicht vorstellen, den ich spürte, als ich die ersten Ausstellungen von Nolde oder von Klee in Düsseldorf gesehen habe. Wie das auf mich gewirkt hat! Im Buch beschreibe ich den Schock, den ich noch während des Krieges erlebte, als ich zum ersten Mal Kunstwerke sah, die als entartet galten, die ich nie hätte sehen dürfen, wenn es nach den Nazis gegangen wäre, und die ich ohne meine Kunstlehrerin auch nicht gesehen hätte. Das war ein Schock und gleichzeitig eine große Faszination. Ein erster Hinweis darauf, daß es noch etwas anderes gibt, etwas jenseits dessen, was ich tagtäglich sah und hörte. Aber der Wunsch, Künstler zu werden, blieb lange ungenau, die Richtung fehlte. Unter einem Schriftsteller konnte ich mir damals wenig vorstellen, ich dachte mehr an bildende Kunst. Aber der Wunsch, der Drang war da.Aber konnten Sie sich angesichts der Ruinen ein normales Leben vorstellen? Alles wird wieder aufgebaut, und dann geht es schon weiter?Ob das wieder aufgebaut werden würde, wußte ich nicht. Wo ich hinkam, sah ich zerstörte Städte. Können Sie sich vorstellen, wie Hildesheim aussah? Oder Hannover? Was mich und andere in meiner Lage damals vor allem beschäftigt hat, das war die Frage, wo ich etwas für meine Essensmarken bekomme. Ich war begünstigt: Bevor ich mit neunzehn Jahren anfing zu rauchen, hatte ich meine Rauchermarken, für die man einiges eintauschen konnte. Dennoch: Es war ein Leben von einem Tag auf den anderen. Wenn ich heute sehe, wie schon ganz junge Leute mit der Sorge um ihre spätere Rente konfrontiert werden - ich wußte gar nicht, was Rente war.Aber dafür hatten Sie die Freiheit.Absolut und unbekümmert. Steuern habe ich erst gezahlt, als ich Schriftsteller war. Ich erinnere mich noch an meine erste Abrechnung und wie ich mich bei meinem Verleger Reifferscheid beklagte: "Das ist ja ganz schön, aber soviel Steuern muß ich zahlen?" Da hat er zu mir gesagt: "So, wie ich Sie einschätze, werden Sie zeit Ihres Lebens sehr viel verdienen, gewöhnen Sie sich an die Steuern. Und wenn ich Ihnen raten darf, nehmen Sie keinen Steuerberater, nehmen Sie einen Wirtschaftsprüfer, dann sparen Sie sich diese ekelhaften Steuerprüfungen."Karl Schiller, der Wirtschaftsminister, hat Sie bei den "Hundejahren" beraten und Paul Celan bei der Arbeit an der "Blechtrommel".Beraten wäre bei Celan zuviel gesagt. Aber er hat mir Mut gemacht. Ich habe ihm vorgelesen, und er fand das toll. Ein bißchen spielte wohl auch Eifersucht hinein, die hat er durchaus zugegeben, denn er hätte gerne selbst Prosa geschrieben. Nach ein, zwei Schnäpsen, wir tranken damals vor allem Bauerncalvados, konnte er sehr fröhlich sein und sang dann russische Revolutionslieder. Aber meistens war er ganz in die eigene Arbeit vertieft und im übrigen von seinen realen und auch übersteigerten Ängsten gefangen. Er hatte eine Vorstellung vom Dichter, die mir völlig fremd war, das ging bei ihm eher in Richtung Stefan George: feierlich, sehr feierlich. Wenn er seine Gedichte vortrug, hätte man Kerzen anzünden mögen.In Ihren Erinnerungen wird deutlich, wie viele Realitätspartikel aus Ihrem Leben den Weg in Ihre Bücher gefunden haben, bis hin zu Oskars Kokosfaserteppich, der eine Ihrer ersten Behausungen schmückte.Was sich da alles literarisch niedergeschlagen hat, ist mir erst wieder beim Schreibprozeß deutlich geworden. Man kann ein solches Erinnerungsbuch gar nicht schreiben, wenn man nicht die Neugier auf sich hat, wenn man nicht über sich und das Entstehen der eigenen Arbeiten mehr erfahren möchte. Nehmen wir nur die Situation, als ich den Einberufungsbefehl in der Tasche habe und nach Berlin komme. Da ist Fliegeralarm, und alle müssen in den Keller des Bahnhofs hinein. Und dort taucht zwischen all den Uniformierten und Verwundeten und Heimaturlaubsreisenden und allen anderen, die sich in den Keller geflüchtet hatten, auf einmal eine Gruppe von Liliputanern auf, in Kostümen, und weil sie mitten in der Vorstellung gewesen waren, haben sie ihr Programm gleich im Keller fortgesetzt. Das ist in die "Blechtrommel" eingegangen: Bebra und seine Liliputanergruppe.Mit einem anderen berühmten Künstler sind Sie in den Nachkriegsjahren auf der Bühne eines Düsseldorfer Jazzkellers zusammengetroffen: Louis Armstrong. Hat die Jam Session, die Sie im Buch beschreiben, Armstrong an der Trompete, Sie am Waschbrett, wirklich stattgefunden?Es gibt kein Foto davon, nichts, ich habe keine Beweise. Aber in meiner Erinnerung ist diese Episode bis ins Detail vorstellbar.Und wie steht es mit jenem jungen Freund und Knobelkumpan Joseph, mit dem Sie zusammen im Kriegsgefangenenlager waren? Man weiß ja, daß Ratzinger ebenso wie Sie im Lager Bad Aibling war. Aber war Ihr Freund Joseph, wie im Buch angedeutet wird, wirklich der heutige Papst Benedikt XVI.?Ich saß im Lager in Bad Aibling immer mit Gleichaltrigen zusammen. Da hockten wir Siebzehnjährigen, wenn es regnete, in einem Loch, das wir uns in den Boden gebuddelt hatten. Darüber hatten wir eine Regenplane gespannt. Es waren dort 100 000 Kriegsgefangene unter freiem Himmel versammelt. Und einer von denen hieß Joseph, war äußerst katholisch und gab auch gelegentlich lateinische Zitate von sich. Der wurde mein Freund und Knobelkumpan, denn ich hatte einen Würfelbecher ins Lager retten können. Wir haben uns die Zeit vertrieben, gewürfelt, geredet und Zukunftsspekulationen angestellt, wie Jugendliche das gerne tun. Ich wollte Künstler werden, und er wollte in die Kirche, dort Karriere machen. Ein bißchen verklemmt kam er mir vor, aber er war ein netter Kerl. Das ist doch eine hübsche Geschichte, oder?Sehr hübsch. Glauben Sie, daß Sie eine Reaktion aus dem Vatikan erhalten werden?Das weiß ich nicht. Falls ja, werde ich es Sie wissen lassen.Sie haben nie zuvor so ausführlich über Ihre Mutter gesprochen wie in Ihren Erinnerungen. Ist da eine Art Wiedergutmachung im Spiel?Es gibt einen ersten Anlauf in "Mein Jahrhundert", die letzte Geschichte des Bandes, in der meine Mutter nach meinem Willen ihren hundertunddritten Geburtstag feiert. Im neuen Buch spielt mein sehr enges Verhältnis zu ihr eine große Rolle. Ich hatte nie die Möglichkeit, ihr zu beweisen, daß es sich gelohnt hat, zu mir zu halten und an mich zu glauben, was sie immer getan hat. Außer einer Broschüre, die die Kunstakademie Ende der vierziger Jahre in Düsseldorf herausgegeben hat, diesem Jahrbuch, in dem eine Skulptur von mir abgebildet ist, hatte ich nichts vorzuweisen bis zu ihrem Tod. Und so etwas hängt nach.Sie sprechen - nicht nur mit Blick auf Ihre Mutter - sehr offen über Ihren Egoismus, den Egoismus des Künstlers.Ja, das Egozentrische. Ich weiß nicht, ob es Egoismus ist, es ist doch ein Unterschied zwischen Egoismus und diesem Zwang, von sich nicht absehen zu können. Diese Egozentrik ist in jungen Jahren besonders ausgeprägt.Bereuen Sie die Konsequenz, mit der Sie Ihrer Egozentrik gefolgt sind?Nein, das kann man nicht bereuen, das gehört dazu, war unvermeidbar, sonst hätte ich nicht Buch nach Buch so rücksichtslos - auch gegen mich selbst rücksichtslos - gestalten können.Das Gespräch führten Frank Schirrmacher und Hubert Spiegel.© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt. Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Archiv.

Anbieter: buecher
Stand: 11.12.2019
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Um das Interview, das Günter Grass am 12.08.2006 der FAZ gegeben hat, zu lesen, klicken Sie bitte unten auf „mehr“.Günter Grass erzählt von sich selbst. Vom Ende seiner Kindheit beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Vom Knaben in Uniform, der so gern zur U-Boot-Flotte möchte und sich hungernd in einem Kriegsgefangenenlager wiederfindet. Von dem jungen Mann, der sich den Künsten verschreibt, den Frauen hingibt und in Paris an der "Blechtrommel" arbeitet. Günter Grass erzählt von der spannendsten Zeit eines Menschen: den Jahren, in denen eine Persönlichkeit entsteht, geformt wird, ihre einzigartige Gestalt annimmt.Zwischen den vielen Schichten der "Zwiebel Erinnerung" sind zahllose Erlebnisse verborgen. Grass legt sie frei, schreibt über den Arbeitsdienst-Kameraden, der niemals eine Waffe in die Hand nahm, schildert genüßlich einen Lager-Kochkurs, der mangels Lebensmittel abstrakt bliebt, und berichtet, wie der Kunststudent sein Geld in einer Jazzband verdiente. Zudem zeichnet er liebevolle Porträts von seiner Familie, von Freunden, Lehrern, Weggefährten.Beim Häuten der Zwiebel ist ein mit komischen und traurigen, oft ergreifenden Geschichten prall gefülltes Erinnerungsbuch, das immer wieder Brücken in die Gegenwart schlägt. Günter Grass fasst den jungen Menschen von damals nicht mit Samthandschuhen an, enthüllt seine Schwächen, legt den Finger auf manches Versagen und noch heute schmerzende Wunden. Dass er die eine oder andere Erinnerungslücke mit Hilfe seiner reichen Phantasie ausgemalt haben könnte, gesteht er offen ein.Günter Grass im Interview mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung (vom 12.08.2006, Nr. 186, S. 33):Warum ich nach sechzig Jahren mein Schweigen brecheEine deutsche Jugend: Günter Grass spricht zum ersten Mal über sein Erinnerungsbuch und seine Mitgliedschaft in der Waffen-SSZum ersten Mal nach mehr als sechzig Jahren spricht Günter Grass über seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS. Als Fünfzehnjähriger hatte er sich noch als Hitlerjunge freiwillig zu den U-Booten gemeldet, mit siebzehn wurde Grass einberufen und kam vom Arbeitsdienst zur Division "Frundsberg", die zur Waffen-SS gehörte. In seinem Erinnerungsbuch "Beim Häuten der Zwiebel", das im September erscheinen wird, beschreibt Grass seine Kindheit in Danzig, die letzten Kriegswochen als Soldat, in denen er nur mit knapper Not dem Tod entkam, die Kriegsgefangenschaft und die Wirren der ersten Nachkriegszeit. Der Wunsch, Künstler zu werden, wurde über diesen Erlebnissen noch stärker. Dem Weg vom Flüchtlingskind zum Autor der "Blechtrommel" ist der zweite Teil des Buches gewidmet. Er endet mit dem Aufenthalt von Günter Grass und seiner ersten Frau Anna in Paris Ende der fünfziger Jahre. Am 19. August, heute in einer Woche, werden wir in einer achtseitigen Sonderbeilage ausführliche Exklusivauszüge aus dem neuen Buch vorstellen. Die Beilage enthält außerdem zahlreiche Rötelzeichnungen von Grass sowie zum Teil bislang unbekannte Fotodokumente aus der Jugend des Schriftstellers. Günter Grass hat an der Gestaltung der Beilage mitgewirkt.F.A.Z.Ihre Erinnerungen tragen den Titel "Beim Häuten der Zwiebel". Was hat es mit der Zwiebel auf sich?Ich mußte eine Form für dieses Buch finden, das war das Schwierigste daran. Es ist ja eine Binsenwahrheit, daß unsere Erinnerungen, unsere Selbstbilder trügerisch sein können und es oft auch sind. Wir beschönigen, dramatisieren, lassen Erlebnisse zur Anekdote zusammenschnurren. Und all das, also auch das Fragwürdige, das alle literarischen Erinnerungen aufweisen, wollte ich schon in der Form durchscheinen und anklingen lassen. Deshalb die Zwiebel. Beim Enthäuten der Zwiebel, also beim Schreiben, wird Haut für Haut, Satz um Satz etwas deutlich und ablesbar, da wird Verschollenes wieder lebendig.Was hat Sie dazu bewogen, Ihre Erinnerungen aufzuschreiben?Ich will nicht sagen, daß es eine schwere Geburt war, aber es brauchte doch eine gewisse Überwindung, bevor ich damit beginnen konnte, weil ich einige grundsätzliche Einwände gegen Autobiographien habe. Viele Autobiographien versuchen dem Leser weiszumachen, eine Sache sei so und nicht anders gewesen. Das wollte ich offener gestalten, deswegen war die Form für mich so wichtig.Ihr Buch geht zurück bis in die Kindheitsjahre. Aber es fängt nicht mit Ihrer frühesten Erinnerung an, sondern es beginnt, da sind Sie fast zwölf Jahre alt, mit dem Ausbruch des Krieges. Warum haben Sie genau diese Zäsur gewählt?Der Krieg, das ist der Dreh- und Angelpunkt. Er datiert den Anfang vom Ende meiner Kindheit, weil mit Kriegsbeginn zum ersten Mal Dinge von außen bis in die Familien hinein wirksam wurden. Mein Onkel, der bei der polnischen Post war, fehlte auf einmal, er besuchte uns nicht mehr, wir spielten nicht mehr mit seinen Kindern. Dann hieß es, man habe ihn standrechtlich erschossen. Die kaschubische Verwandtschaft meiner Mutter, die vorher bei uns ein und aus ging, war plötzlich nicht mehr gern gesehen. Erst in den späteren Kriegsjahren kam die Großtante wieder und brachte irgend etwas vom Bauernhof mit und holte bei uns Petroleum. Das bekam sie auf dem Land nicht, wegen der Knappheit. So ergab sich wieder familiärer Zusammenhalt. Aber zunächst einmal paßten sich meine Eltern opportunistisch den Gegebenheiten an. Über all das, was damals gewesen ist, wollte ich mir noch einmal Klarheit verschaffen, vor allem über bestimmte Dinge bei mir selbst. Was hat dich, was hat den Jungen, der du einmal warst, gehindert, die richtigen Fragen zu stellen? Du bist ja ein wacher Bursche gewesen, sogar aufsässig. Aber du hast keine Fragen gestellt, nicht die entscheidenden Fragen. Darum ging es mir. Und ich wollte meine Vergangenheit nicht einfach schildern und sagen, so war es, sondern ich wollte davon erzählen. Denn das ist meine Sache: erzählen.Sie suchen für Ihre Erinnerung und Ihr erzählerisches Temperament immer wieder den Stimulus von außen. Die Zwiebel oder Bernstein von Ihrer geliebten Ostseeküste helfen Ihnen auf die Sprünge. Gibt es kein Familienarchiv, aus dem Sie schöpfen konnten?Als Flüchtlingskind - ich bin mittlerweile fast achtzig und nenne mich immer noch Flüchtlingskind - hatte ich nichts. Ich weise im Buch darauf hin, daß Kollegen von mir, die am Bodensee oder in Nürnberg aufgewachsen sind, immer noch ihre Schulzeugnisse und alles mögliche aus ihrer Kindheit greifbar haben. Ich habe nichts mehr. Es ist alles weg. Einige wenige Fotos, die meine Mutter aufbewahren konnte, das war's. Ich bin also in einer benachteiligten Situation gewesen, die sich dann aber doch beim Erzählen als vorteilhaft erwies.Zu den verlorenen Schätzen Ihrer Kindheit gehört auch das Manuskript Ihres ersten Romans.Ja, das war ein historischer Roman, der im dreizehnten Jahrhundert spielte, in der Zeit des Interregnums, der kaiserlosen, der schrecklichen Zeit. Da gab es Femegerichte, das Stauferreich ging unter, Tod und Teufel waren los. Aber ich konnte mit meinen fiktiven Figuren nicht haushalten, am Ende des ersten Kapitels waren sie alle tot. Da gab's kein Weiterschreiben. Aber daraus habe ich immerhin gelernt, später mit meinen Figuren ökonomischer umzugehen. Tulla Pokriefke und Oskar Matzerath haben ihre ersten Auftritte überlebt und konnten so in späteren Büchern wieder auftauchen.Sie haben wiederholt berichtet, daß erst Baldur von Schirachs Schuldbekenntnis in Nürnberg Sie davon überzeugen konnte, daß die Deutschen den Völkermord begangen haben. Aber jetzt sprechen Sie zum ersten Mal und völlig überraschend darüber, daß Sie Mitglied der Waffen-SS waren. Warum erst jetzt?Das hat mich bedrückt. Mein Schweigen über all die Jahre zählt zu den Gründen, warum ich dieses Buch geschrieben habe. Das mußte raus, endlich. Die Sache verlief damals so: Ich hatte mich freiwillig gemeldet, aber nicht zur Waffen-SS, sondern zu den U-Booten, was genauso verrückt war. Aber die nahmen niemanden mehr. Die Waffen-SS hingegen hat in diesen letzten Kriegsmonaten 1944/45 genommen, was sie kriegen konnte. Das galt für Rekruten, aber auch für Ältere, die oft von der Luftwaffe kamen, "Hermann-Göring-Spende" nannte man das. Je weniger Flugplätze noch intakt waren, desto mehr Bodenpersonal wurde in Heereseinheiten oder in Einheiten der Waffen-SS gesteckt. Bei der Marine war's genauso. Und für mich, da bin ich meiner Erinnerung sicher, war die Waffen-SS zuerst einmal nichts Abschreckendes, sondern eine Eliteeinheit, die immer dort eingesetzt wurde, wo es brenzlig war, und die, wie sich herumsprach, auch die meisten Verluste hatte.Was mit Ihnen geschah, haben Sie ja sicher erst festgestellt, als Sie bei Ihrer Einheit waren. Oder konnten Sie das schon am Einberufungsbefehl erkennen?An der Stelle wird's undeutlich, weil ich nicht sicher bin, wie es war: War es schon am Einberufungsbefehl zu erkennen, am Briefkopf, am Dienstgrad des Unterzeichners? Oder habe ich das erst gemerkt, als ich in Dresden ankam? Das weiß ich nicht mehr.Haben Sie damals mit Ihren Kameraden darüber gesprochen, was es bedeutet, in der Waffen-SS zu sein? War das ein Thema unter den jungen Männern, die sich da zusammengewürfelt fanden?In der Einheit war es so, wie ich es im Buch beschrieben habe: Schliff. Es gab nichts anderes. Da hieß es nur: Wie komme ich drum herum? Ich habe mir selbst die Gelbsucht beigebracht, das reichte aber nur für ein paar Wochen. Danach begann wieder die Hundsschleiferei und eine unzureichende Ausbildung mit veraltetem Gerät. - Jedenfalls mußte es geschrieben werden.Sie hätten es nicht schreiben müssen. Niemand konnte Sie dazu zwingen.Es war mein eigener Zwang, der mich dazu gebracht hat.Warum haben Sie sich freiwillig zur Wehrmacht gemeldet?Mir ging es zunächst vor allem darum rauszukommen. Aus der Enge, aus der Familie. Das wollte ich beenden, und deshalb habe ich mich freiwillig gemeldet. Auch das ist ja eine merkwürdige Sache: Ich habe mich gemeldet, mit fünfzehn wohl, und danach den Vorgang als Tatsache vergessen. So ging es vielen meines Jahrgangs: Wir waren im Arbeitsdienst, und auf einmal, ein Jahr später, lag der Einberufungsbefehl auf dem Tisch. Und dann stellte ich vielleicht erst in Dresden fest, es ist die Waffen- SS.Hatten Sie ein Schuldgefühl deswegen?Währenddessen? Nein. Später hat mich dieses Schuldgefühl als Schande belastet. Es war für mich immer mit der Frage verbunden: Hättest du zu dem Zeitpunkt erkennen können, was da mit dir vor sich geht? Ich schildere ja zum Beispiel zu Anfang des Buches einen Mitschüler, der mehr wußte als wir anderen in der Klasse. Der hatte einen Vater, der sozialdemokratischer Abgeordneter im Senat war und später ins KZ kam. Ich kenne auch Fälle, wo sich dann die Kinder gegen ihre Eltern gestellt haben. Wenn die von ihrem bürgerlich-konservativen Standpunkt aus die Nazis kritisiert haben, konnte das gefährlich werden. Es war nicht leicht, einem jungen Menschen das damals klarzumachen. Man vergißt ja leicht, wie geschickt und modern die Hitlerjugend und das Jungvolk als Vorstufe aufgezogen waren. Hitlers Satz "Jugend muß von Jugend geführt werden" war ungeheuer wirkungsvoll. Mein Fähnleinführer war ein prima Kerl, und wir kamen uns viel besser vor als diese Parteiburschen. So fühlten und dachten damals viele.Sie haben sich als einer der ersten Ihrer Generation über die eigene Verführbarkeit geäußert und waren immer sehr offen im Umgang mit der deutschen Geschichte. Dafür sind Sie oft gescholten worden.Ja, wir haben bis heute so viele Widerstandskämpfer, daß man sich wundert, wie Hitler an die Macht hat kommen können. Aber ich will noch einmal zurückkehren in die fünfziger Jahre, um Ihnen meinen Ansatz beim Schreiben der "Blechtrommel" zu erklären. Was zuvor, 1945, geschehen war, galt als Zusammenbruch, war nicht die bedingungslose Kapitulation. Verharmlosend hieß es: Es wurde dunkel in Deutschland. Es wurde so getan, als wäre das arme deutsche Volk von einer Horde schwarzer Gesellen verführt worden. Und das stimmte nicht. Ich habe als Kind miterlebt, wie alles am hellen Tag passierte. Und zwar mit Begeisterung und mit Zuspruch. Natürlich auch durch Verführung, auch das, ganz gewiß. Was die Jugend betrifft: Viele, viele waren begeistert dabei. Und dieser Begeisterung und ihren Ursachen wollte ich nachgehen, schon beim Schreiben der "Blechtrommel" und auch jetzt wieder, ein halbes Jahrhundert später, bei meinem neuen Buch.Haben Sie Widerstand beobachtet?Wirklichen Widerstand habe ich nur in einem Fall erlebt, das war beim Arbeitsdienst und wird im Buch ausführlich beschrieben. Seinen Namen weiß ich nicht mehr, und so nenne ich ihn heute "Wirtunsowasnicht", denn das war seine stehende Redewendung. Er gehörte keiner der herrschenden Ideologien an, war weder Nazi noch Kommunist oder Sozialist. Er gehörte zu den Zeugen Jehovas. Man konnte gar nicht genau sagen, wogegen er war. Jedenfalls faßte er kein Gewehr an. Er ließ es einfach fallen, immer wieder, gleich, welche Strafe ihm angedroht und vollzogen wurde. Und auch dieser ungewöhnliche Mensch hat mich nicht zum Umdenken bewegen können. Ich habe ihn gehaßt und bewundert. Gehaßt, weil wir seinetwegen noch mehr geschliffen wurden. Und bewundert habe ich seine unglaubliche Willensstärke und mich gefragt: Wie hält er das aus? Wie schafft er das bloß?Kann es sein, daß Sie in der Nachkriegszeit einfach den richtigen Zeitpunkt verpaßt haben, um Ihre SS-Zugehörigkeit zu thematisieren?Das weiß ich nicht. Es ist sicher so, daß ich glaubte, mit dem, was ich schreibend tat, genug getan zu haben. Ich habe ja meinen Lernprozeß durchgemacht und daraus meine Konsequenzen gezogen. Aber es blieb dieser restliche Makel. Es war deshalb immer klar für mich, daß dieser Rest seinen Platz finden müßte, wenn ich mich jemals dazu entschließen sollte, etwas Autobiographisches zu schreiben. Aber das ist nicht das dominierende Thema meines Buches.Konnten Sie diesen nachträglichen Schock, Teil einer verbrecherischen Organisation gewesen zu sein, in der "Blechtrommel" und in "Katz und Maus" verarbeiten?Das meinte ich, als ich einmal sagte, dieses Thema war mir ohnehin gestellt. Es fing mit der "Blechtrommel" an. So etwas kann man nicht wollen, das war keine freie Entscheidung, das war unumgänglich. Ich habe anfangs mit meinen verschiedenen Begabungen und Möglichkeiten zwar immer wieder versucht, drum herumzutanzen, aber die Stoffmasse des Themas war immer da, wartete sozusagen auf mich, und ich mußte mich dem stellen. Als ich meinen ehemaligen Mitschüler Wolfgang Heinrichs 1990 als gebrochenen Menschen wiedertraf, ich beschreibe diese Begegnung im Buch, wurde mir klar, wie sehr vom Zufall abhing, wo man bei Kriegsende landete. Ich wurde aus der Gefangenschaft in den Westen entlassen und befand mich auf freier Wildbahn. Ich mußte mir selbst etwas zusammenschustern mit all den Irrtümern und mit all den Umwegen, während Gleichaltrige meiner Generation, Christa Wolf etwa oder Erich Loest, im Osten des Landes sofort mit einer neuen und glaubhaften Ideologie versorgt waren. Da kamen auf einmal Widerstandskämpfer, die im spanischen Bürgerkrieg gewesen waren, die unter Hitler gelitten hatten, und boten sich als Beispiele an. Daran konnte man sich orientieren.Da ging es zu wie in einer anständigen Familie.Das gab's im Westen nicht. Wir hatten Adenauer, grauenhaft, mit all den Lügen, mit dem ganzen katholischen Mief. Die damals propagierte Gesellschaft war durch eine Art von Spießigkeit geprägt, die es nicht einmal bei den Nazis gegeben hatte. Die Nazis hatten auf oberflächliche Weise eine Art Volksgemeinschaft etabliert. Klassenunterschiede oder religiöser Dünkel durften da keine vorherrschende Rolle spielen. Anders als in der DDR haben wir in der Bundesrepublik unter dem Schlagwort "Bewältigung der Vergangenheit" jahrzehntelang Diskussionen geführt. Aber das Wort "Bewältigung" taugte nicht. Und es gab die Gegenkräfte, Franz Josef Strauß etwa, der sagte: "Genug Asche aufs Haupt!" und "Jetzt ist Schluß!", und immer wieder erscholl der Ruf nach Normalisierung - als wenn Normalität etwas besonders Erstrebenswertes wäre. Im Gegenteil: Vor Leuten, die sich "normal" nennen, habe ich Angst. Und sogar wenn ich im stillen dachte, jetzt ist das alles so lange her, hat uns unsere Vergangenheit doch immer wieder eingeholt. Wir haben gelernt, damit zu leben und uns dem zu stellen. Das sehe ich als eine Leistung an, auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Schauen wir nur nach England oder Frankreich, von Holland und Belgien gar nicht zu reden: Die Zeit der Kolonialherrschaft und die damit verbundenen Verbrechen sind dort wie ausgespart. Wahrscheinlich ist - auch das wieder eine Ironie der Geschichte - so etwas wie eine totale Niederlage Voraussetzung für eine solche Leistung. Ich habe das einmal an anderer Stelle gesagt: Siegen macht dumm. Die Sieger denken, sie müßten sich nicht um die Sünden der Vergangenheit kümmern, aber auch die Sieger werden davon eingeholt. Die junge Generation stellt immer irgendwann Fragen.Und Sie haben die Fragen erst 1946 gestellt?Das war der Schock, der aber nicht sofort einsetzte. Es mußte erst Baldur von Schirach im Nürnberger Prozeß aussagen, bevor ich glaubte, daß die Verbrechen tatsächlich stattgefunden hatten. Deutsche tun so was nicht, habe ich gedacht und alles für Propaganda gehalten, dumm, wie ich war. Dann aber war es unabweislich, und das Ausmaß dieses Verbrechens scheint noch zu wachsen, je größer die zeitliche Distanz dazu ist. Es wird sogar immer unfaßlicher. Ebenso wie "Bewältigung der Vergangenheit" ein untaugliches Wort ist, kann auch jedes "Begreifen" nur eine Annäherung sein. Pogrome gab es immer, in Polen, Rußland, überall. Aber das von Deutschen organisierte Verbrechen, das planmäßige, ist einzigartig, ist einmalig.Wann haben Sie begonnen, sich für Politik zu interessieren?Es hat lange Zeit gedauert, bis ich zu einer politischen Einstellung gefunden habe, bis ich politische Machtverhältnisse und dergleichen auch nur halbwegs einzuschätzen verstand. Wie viele andere meiner Generation ging ich ja fast in einer Art von Verblödung aus der Nazizeit hervor. Wie ist es denn eigentlich zu erklären, daß wir bis zum Schluß noch an Endsieg und Wunderwaffen glaubten? Das ist doch aus heutiger Sicht nicht zu verstehen. Meine ersten politischen Erfahrungen habe ich ein Jahr nach Kriegsende als Arbeiter im Kalibergwerk gemacht. Im Buch beschreibe ich, wie unversöhnlich sich dort drei verschiedene Gruppierungen von Arbeitern gegenüberstanden: alte Nazis, Kommunisten und Sozialdemokraten. Unter Tage wurde heftig diskutiert und gestritten. Und am Ende standen oft Kommunisten und Nazis zusammen gegen Sozialdemokraten. So habe ich erlebt und später dann verstehen können, woran die Weimarer Republik zugrunde gegangen war: natürlich vor allem an den Nazis, aber auch daran, daß die Nazis und die Kommunisten gemeinsame Sache gemacht haben. Das war die Folge eines Komintern-Beschlusses aus Moskau, der nicht die Nazis, sondern die sogenannten "Sozialfaschisten", die Sozialdemokraten also, zum größten Feind erklärt hatte.Sind Sie damals im Kalibergwerk bereits zum Sozialdemokraten geworden?Ich habe mich zunächst viel mehr für Kunst interessiert. Politisiert worden bin ich wohl mehr während meiner Reisen durch Frankreich. Aus Frankreich schwappte ja auch der Streit zwischen Camus und Sartre zu uns herüber. Man kann sich heute kaum noch vorstellen, was diese Auseinandersetzung für meine Generation bedeutet hat. Man war plötzlich zu einer Entscheidung gezwungen, wenn man neugierig war und für sich selbst entscheiden wollte: Wie lebe ich weiter? Welche Position nehme ich ein? Und da war die Entscheidung für Camus, was mich betrifft, doch eine sehr grundlegende Entscheidung. Ähnlich ging es mir später im sogenannten "Berliner Kunststreit" zwischen Karl Hofer und Will Grohmann, in dem Hofer die gegenständliche, vom Bild des Menschen bestimmte Malerei gegen die gegenstandslose, die "informelle Malerei" verteidigte. Das war, ich beschreibe es im Buch, weniger eine politische und mehr eine ästhetische Entscheidung. Aber natürlich hatte auch diese Debatte einen politischen Hintergrund.Wie weit ist das alles weg, wenn man fast achtzig ist?Das ist alles sehr nah. Wenn ich genau sagen sollte, welche Reise ich 1996 unternommen habe, müßte ich in irgendwelchen Notizbüchern nachsehen. Mit dem Alter jedoch wird die Kindheitsphase deutlicher. Der richtige Zeitpunkt, etwas Autobiographisches zu schreiben, hängt offenbar auch mit dem Alter zusammen.Haben Sie das Buch für Ihre Enkel geschrieben?Bewußt wie unterbewußt haben beim Schreiben sicher auch meine Kinder und Enkelkinder eine Rolle gespielt. Wie man etwas einer anderen Generation erzählt, diese Frage hat mich oft beschäftigt. Im "Tagebuch einer Schnecke" mußte ich ihnen erklären, warum ich in den Wahlkampf gehe, warum ich daran Anstoß nehme, daß ein ehemaliger Großnazi wie Kiesinger Kanzler ist. Damals stand ich vor der Schwierigkeit, wie erkläre ich meinen Kindern Auschwitz? Vor dieser Schwierigkeit stehen wir bis heute.In vielen Familien war das Schweigen über die Vergangenheit bedrückend. Hat man sich denn zumindest innerhalb Ihrer Generation über Kriegserlebnisse ausgetauscht?Doch, das schon. Kriegserlebnisse, das waren bei den meisten gleichwertige Erfahrungen: Es ging eigentlich nur ums Überleben. Die ersten Toten, die ich gesehen habe, waren keine Russen, sondern Deutsche. Sie hingen an den Bäumen, viele unter ihnen waren in meinem Alter. Das hatten sie dem "Mittelabschnitts-Schörner" zu verdanken. Als dieser berüchtigte und verhaßte General aus der russischen Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, kam er mit der Bahn an und ist dann ein paar Stationen vorher ausgestiegen, denn dort, wo er ankommen sollte, warteten haufenweise ehemalige Soldaten, die ihn gelyncht hätten.Spielte das Alter der Jugendlichen eigentlich eine Rolle? War ein Vierzehnjähriger den Nazis nicht schutzloser ausgeliefert als ein Achtzehn- oder Zwanzigjähriger?Gewiß, da konnte schon ein Altersunterschied von zwei Jahren große Bedeutung haben. Das habe ich oft von anderen gehört, die erst im Jungvolk, dann in der Hitlerjugend waren: Die schönste Zeit, so haben sie es in Erinnerung, das war beim Jungvolk. Mit der Hitlerjugend kam die Pubertät, und die ewigen Liederabende und all das wurde langweilig. Die Nazis haben viel abgekupfert von den Pfadfindern und von anderen Jugendverbänden. Die Zeltlager, die Kameradschaft und so weiter, das war für die Jugend ein attraktives Angebot. Im Vergleich zu den Zwängen, die in der Schule und im Elternhaus herrschten, schien es Jugendlichen beim Jungvolk freier zuzugehen.Und es ging gegen die Autorität der Eltern.Ja, es war antibürgerlich! Aber auch hier ist die Zufälligkeit des Geburtsjahrganges wichtig. Wer weiß, in was ich hineingeraten wäre, wenn ich drei oder vier Jahre älter gewesen wäre. Ich kam mir übrigens bei Kriegsende keineswegs befreit vor, ich war geschlagen. Vom Tag der Befreiung können nur jene sprechen, die wirklich unter dem System gelitten haben.Hatten Sie eine Vorstellung davon, welche Angst die Uniform der SS auslöst?Darauf hat mich erst der Obergefreite aufmerksam gemacht, mit dem ich unterwegs gewesen bin, nachdem unsere Einheit aufgerieben war. Unsere Division gab es nicht mehr, es war ein einziges Chaos und Durcheinander und ein Versuch aller, zu überleben. Mir half dabei dieser Mann vom wunderbaren Typ des deutschen Obergefreiten - der nicht Unteroffizier werden wollte, auf den man sich verlassen konnte, der alle Tricks kannte, dem Kameradschaft wichtig war. Er bestand darauf, daß ich die Uniform wechselte. Mir war nicht bewußt, in welcher Gefahr ich steckte. Daher auch später mein Unglaube angesichts der Bilder aus dem KZ: Das können Deutsche nicht gemacht haben, unmöglich! In der Gefangenschaft wurden wir zum ersten Mal mit diesen Verbrechen konfrontiert und sahen gleichzeitig, wie in den amerikanischen Kasernen die Weißen die in getrennten Baracken untergebrachten Schwarzen als "Nigger" beschimpften. Ich erwähne im Buch einen Burschen aus Virginia, ein netter Kerl, bißchen dumm, der sprach mit dem Truck-Fahrer, der Schwarzer war, kein Wort. Der Weiße benutzte mich mit meinem schütteren Englisch als Vermittler: "Tell this guy we are leaving now." Ich hatte ihm zu sagen, daß wir jetzt abfahren, der Weiße hat nie direkt mit dem Schwarzen gesprochen. Ich will nicht sagen, daß das ein Schock war, aber auf einmal war ich mit direktem Rassismus konfrontiert. Und dann dieser Wahnsinn in der Gefangenschaft, die Wahnsinnsgerüchte: Das dauert nicht mehr lange, dann werden wir wiederbewaffnet, es geht gegen die Russen, mit den Amis gemeinsam und jetzt besser ausgerüstet. Das ging auf den amerikanischen General Patton zurück.Das war auch noch bei den Nürnberger Prozessen so. Die Angeklagten haben immer gesagt, es wird schon nicht so schlimm werden, die brauchen uns ja noch.Das war ja nicht so ganz falsch, wenn man sich überlegt, daß fünf Jahre später die Vorbereitungen für die Wiederbewaffnung der Deutschen anfingen. Das Feindbild mußte nicht korrigiert werden, bis hin zu den schrecklichen Adenauer-Plakaten mit diesem Rotgardisten, der wie ein asiatisches Untier die Leute anstarrte. Damit konnte man Wahlkampf machen.Gehen wir noch einmal zurück ins Jahr 1945. Alles ist zerstört, ein Leben in Ungewißheit und Ruinen. Und da ist dieser junge Mann, der Sie einmal waren und der genau weiß, daß er Künstler werden will. Wie hat man sich das vorzustellen? Es gab nichts, keine Verlage, keine Galerien, keine Bühne, kein Publikum.Aber ich hatte das doch alles im Kopf. Es war ein Andrang von Figuren, von ungeformten Dingen. Gleichzeitig herrschte dieses Vakuum, das Nichtwissen. Man kann sich, glaube ich, heute den Hunger nach unbekannter Kunst nicht vorstellen, den ich spürte, als ich die ersten Ausstellungen von Nolde oder von Klee in Düsseldorf gesehen habe. Wie das auf mich gewirkt hat! Im Buch beschreibe ich den Schock, den ich noch während des Krieges erlebte, als ich zum ersten Mal Kunstwerke sah, die als entartet galten, die ich nie hätte sehen dürfen, wenn es nach den Nazis gegangen wäre, und die ich ohne meine Kunstlehrerin auch nicht gesehen hätte. Das war ein Schock und gleichzeitig eine große Faszination. Ein erster Hinweis darauf, daß es noch etwas anderes gibt, etwas jenseits dessen, was ich tagtäglich sah und hörte. Aber der Wunsch, Künstler zu werden, blieb lange ungenau, die Richtung fehlte. Unter einem Schriftsteller konnte ich mir damals wenig vorstellen, ich dachte mehr an bildende Kunst. Aber der Wunsch, der Drang war da.Aber konnten Sie sich angesichts der Ruinen ein normales Leben vorstellen? Alles wird wieder aufgebaut, und dann geht es schon weiter?Ob das wieder aufgebaut werden würde, wußte ich nicht. Wo ich hinkam, sah ich zerstörte Städte. Können Sie sich vorstellen, wie Hildesheim aussah? Oder Hannover? Was mich und andere in meiner Lage damals vor allem beschäftigt hat, das war die Frage, wo ich etwas für meine Essensmarken bekomme. Ich war begünstigt: Bevor ich mit neunzehn Jahren anfing zu rauchen, hatte ich meine Rauchermarken, für die man einiges eintauschen konnte. Dennoch: Es war ein Leben von einem Tag auf den anderen. Wenn ich heute sehe, wie schon ganz junge Leute mit der Sorge um ihre spätere Rente konfrontiert werden - ich wußte gar nicht, was Rente war.Aber dafür hatten Sie die Freiheit.Absolut und unbekümmert. Steuern habe ich erst gezahlt, als ich Schriftsteller war. Ich erinnere mich noch an meine erste Abrechnung und wie ich mich bei meinem Verleger Reifferscheid beklagte: "Das ist ja ganz schön, aber soviel Steuern muß ich zahlen?" Da hat er zu mir gesagt: "So, wie ich Sie einschätze, werden Sie zeit Ihres Lebens sehr viel verdienen, gewöhnen Sie sich an die Steuern. Und wenn ich Ihnen raten darf, nehmen Sie keinen Steuerberater, nehmen Sie einen Wirtschaftsprüfer, dann sparen Sie sich diese ekelhaften Steuerprüfungen."Karl Schiller, der Wirtschaftsminister, hat Sie bei den "Hundejahren" beraten und Paul Celan bei der Arbeit an der "Blechtrommel".Beraten wäre bei Celan zuviel gesagt. Aber er hat mir Mut gemacht. Ich habe ihm vorgelesen, und er fand das toll. Ein bißchen spielte wohl auch Eifersucht hinein, die hat er durchaus zugegeben, denn er hätte gerne selbst Prosa geschrieben. Nach ein, zwei Schnäpsen, wir tranken damals vor allem Bauerncalvados, konnte er sehr fröhlich sein und sang dann russische Revolutionslieder. Aber meistens war er ganz in die eigene Arbeit vertieft und im übrigen von seinen realen und auch übersteigerten Ängsten gefangen. Er hatte eine Vorstellung vom Dichter, die mir völlig fremd war, das ging bei ihm eher in Richtung Stefan George: feierlich, sehr feierlich. Wenn er seine Gedichte vortrug, hätte man Kerzen anzünden mögen.In Ihren Erinnerungen wird deutlich, wie viele Realitätspartikel aus Ihrem Leben den Weg in Ihre Bücher gefunden haben, bis hin zu Oskars Kokosfaserteppich, der eine Ihrer ersten Behausungen schmückte.Was sich da alles literarisch niedergeschlagen hat, ist mir erst wieder beim Schreibprozeß deutlich geworden. Man kann ein solches Erinnerungsbuch gar nicht schreiben, wenn man nicht die Neugier auf sich hat, wenn man nicht über sich und das Entstehen der eigenen Arbeiten mehr erfahren möchte. Nehmen wir nur die Situation, als ich den Einberufungsbefehl in der Tasche habe und nach Berlin komme. Da ist Fliegeralarm, und alle müssen in den Keller des Bahnhofs hinein. Und dort taucht zwischen all den Uniformierten und Verwundeten und Heimaturlaubsreisenden und allen anderen, die sich in den Keller geflüchtet hatten, auf einmal eine Gruppe von Liliputanern auf, in Kostümen, und weil sie mitten in der Vorstellung gewesen waren, haben sie ihr Programm gleich im Keller fortgesetzt. Das ist in die "Blechtrommel" eingegangen: Bebra und seine Liliputanergruppe.Mit einem anderen berühmten Künstler sind Sie in den Nachkriegsjahren auf der Bühne eines Düsseldorfer Jazzkellers zusammengetroffen: Louis Armstrong. Hat die Jam Session, die Sie im Buch beschreiben, Armstrong an der Trompete, Sie am Waschbrett, wirklich stattgefunden?Es gibt kein Foto davon, nichts, ich habe keine Beweise. Aber in meiner Erinnerung ist diese Episode bis ins Detail vorstellbar.Und wie steht es mit jenem jungen Freund und Knobelkumpan Joseph, mit dem Sie zusammen im Kriegsgefangenenlager waren? Man weiß ja, daß Ratzinger ebenso wie Sie im Lager Bad Aibling war. Aber war Ihr Freund Joseph, wie im Buch angedeutet wird, wirklich der heutige Papst Benedikt XVI.?Ich saß im Lager in Bad Aibling immer mit Gleichaltrigen zusammen. Da hockten wir Siebzehnjährigen, wenn es regnete, in einem Loch, das wir uns in den Boden gebuddelt hatten. Darüber hatten wir eine Regenplane gespannt. Es waren dort 100 000 Kriegsgefangene unter freiem Himmel versammelt. Und einer von denen hieß Joseph, war äußerst katholisch und gab auch gelegentlich lateinische Zitate von sich. Der wurde mein Freund und Knobelkumpan, denn ich hatte einen Würfelbecher ins Lager retten können. Wir haben uns die Zeit vertrieben, gewürfelt, geredet und Zukunftsspekulationen angestellt, wie Jugendliche das gerne tun. Ich wollte Künstler werden, und er wollte in die Kirche, dort Karriere machen. Ein bißchen verklemmt kam er mir vor, aber er war ein netter Kerl. Das ist doch eine hübsche Geschichte, oder?Sehr hübsch. Glauben Sie, daß Sie eine Reaktion aus dem Vatikan erhalten werden?Das weiß ich nicht. Falls ja, werde ich es Sie wissen lassen.Sie haben nie zuvor so ausführlich über Ihre Mutter gesprochen wie in Ihren Erinnerungen. Ist da eine Art Wiedergutmachung im Spiel?Es gibt einen ersten Anlauf in "Mein Jahrhundert", die letzte Geschichte des Bandes, in der meine Mutter nach meinem Willen ihren hundertunddritten Geburtstag feiert. Im neuen Buch spielt mein sehr enges Verhältnis zu ihr eine große Rolle. Ich hatte nie die Möglichkeit, ihr zu beweisen, daß es sich gelohnt hat, zu mir zu halten und an mich zu glauben, was sie immer getan hat. Außer einer Broschüre, die die Kunstakademie Ende der vierziger Jahre in Düsseldorf herausgegeben hat, diesem Jahrbuch, in dem eine Skulptur von mir abgebildet ist, hatte ich nichts vorzuweisen bis zu ihrem Tod. Und so etwas hängt nach.Sie sprechen - nicht nur mit Blick auf Ihre Mutter - sehr offen über Ihren Egoismus, den Egoismus des Künstlers.Ja, das Egozentrische. Ich weiß nicht, ob es Egoismus ist, es ist doch ein Unterschied zwischen Egoismus und diesem Zwang, von sich nicht absehen zu können. Diese Egozentrik ist in jungen Jahren besonders ausgeprägt.Bereuen Sie die Konsequenz, mit der Sie Ihrer Egozentrik gefolgt sind?Nein, das kann man nicht bereuen, das gehört dazu, war unvermeidbar, sonst hätte ich nicht Buch nach Buch so rücksichtslos - auch gegen mich selbst rücksichtslos - gestalten können.Das Gespräch führten Frank Schirrmacher und Hubert Spiegel.© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt. Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Archiv.

Anbieter: buecher
Stand: 11.12.2019
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